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CBD-Öl: Was steckt dahinter?

CBD-Öl wird immer beliebter, sowohl als Nahrungsergänzungsmittel als auch als Öl zum Auftragen auf die Haut.  Aber was genau ist CBD-Öl? Ist es in Deutschland legal? Und was sind die Vorteile und Risiken seiner Verwendung?

Das ist CBD-Öl

Cannabidiol (CBD) ist ein Cannabinoid – eine chemische Verbindung, die im ganzen Körper, auch auf bestimmte Teile des Gehirns, wirkt und in der Gesundheitswelt immer beliebter wird. Es stammt aus der Cannabispflanze; im Gegensatz zu seinem Pendant, Tetrahydrocannabinol (THC), das für den „High“ aus Marihuana verantwortlich ist, ist CBD, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird, jedoch nicht berauschend.

Einige glauben, dass es potenzielle Vorteile für Gesundheit und Wohlbefinden haben könnte. Einmal aus der Cannabispflanze extrahiert, wird es mit einem Trägerstoff wie Oliven- oder Kokosnussöl verdünnt – dies verbessert seine Bioverfügbarkeit.

Ist CBD-Öl in Deutschland legal?

Da CBD nicht psychoaktiv und demzufolge nicht als Rauschmittel zu verstehen ist, wurde dieser Stoff in vielen Ländern legalisiert, so auch in Deutschland. Jedoch bleibt hierbei zu erwähnen, dass sich vor allem im Bundesgebiet die Legalität von CBD am THC-Gehalt orientiert. Dieser darf bei CBD-Produkten 0,0005 % nicht übersteigen. Dieser Wert gilt übrigens auch bei allen anderen Hanfprodukten, wie beispielsweise Hanfsamen.

Vor diesem Hintergrund ist man gut beraten, sofern Bedarf an CBD-Öl besteht, sich mit den spezialisierten Händlern aus Deutschland zu beschäftigen und individuell beraten zu lassen. Gerade bei unseriösen Anbietern kann man sich nicht sicher sein, ob nicht vielleicht der THC-Wert überschritten wird und somit das erworbene CBD-ÖL als illegal deklariert wird.

Wofür wird CBD-Öl verwendet?

Befürworter von CBD-Öl glauben, dass es bei einer Reihe von klinischen Erkrankungen helfen kann, dazu zählen:

  • refraktäre Epilepsie
  • chronische Schmerzen
  • Depressionen
  • Angstzustände
  • und Akne.

Da ein Großteil der Forschung an Tiermodellen durchgeführt wird, sind jedoch weitere belastbare Beweise erforderlich.

Eine systematische Übersicht über die Anwendung von CBD bei Epilepsie kam zu dem Schluss, dass es keine ausreichenden Beweise für die Wirksamkeit und langfristige Sicherheit der Anwendung zur Behandlung von Epilepsie gibt. Sie legt jedoch, wenn auch in sehr geringer Zahl, nahe, dass kleine Tagesdosen bei einer kleinen Gruppe von Erwachsenen für kurze Zeit Wirkung zeigten.

Es gibt einige Hinweise aus Tierversuchen, dass CBD bei Osteoarthritis durch topische Anwendung bei Entzündungen oder Gelenkschmerzen vorteilhaft sein könnt. Eine Studie berichtete sogar über verminderte Schmerzen und Muskelkrämpfe bei Menschen mit Multipler Sklerose.

Erste Belege für den Einsatz von CBD bei der Behandlung von Angstzuständen und Depressionen haben einige aufregende Ergebnisse erbracht – wenn auch bei sehr kleinen Stichproben. Die erste Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Angst und öffentlichem Reden; sie fand heraus, dass eine sehr spezifische Dosis von CBD (300 mg) angstlösende Wirkungen zeigte.

Die zweite Studie war ein eigenständiger Fallbericht über ein Kind mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD). Sie fand heraus, dass CBD-Öl dem Kind half, seine Angst sicher zu reduzieren und den Schlaf zu verbessern.

CBD könnte auch das Potenzial haben, Akne zu reduzieren; es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass diese Forschung noch in den Kinderschuhen steckt. Für alle genannten Anwendungen der CBD sind weitere Studien am Menschen erforderlich, um schlüssige Ergebnisse zu erhalten.

Dosierung und Verwendung

Es gibt keine Richtlinien für die angemessene Verwendung. CBD-Öl, auch als CBD-Tinktur bezeichnet, wird in der Regel sublingual (unter der Zunge) verabreicht. Die meisten werden in 30-Milliliter-Flaschen (ml) mit Tropfverschluss verkauft. Auch ist keine allgemeinverbindliche, „richtige“ Dosis von CBD-Öl bekannt. Je nachdem, was einem der Hausarzt rät, kann die Tagesdosis zwischen 5 mg und 25 mg liegen.

Der knifflige Teil ist natürlich die Berechnung der genauen Menge an CBD pro Milliliter Öl. Immerhin weisen einige Tinkturen Konzentrationen von 1.500 mg pro 30 ml auf, während andere 3.000 mg pro ml (oder mehr) haben.

Wie wird die CBD-Dosis berechnet?

Um die genaue Dosis zu bestimmen, muss bedacht werden, dass jeder Tropfen 0,05 ml entspricht. Das bedeutet, dass eine 30-ml-Flasche CBD-Öl etwa 600 Tropfen enthält. Wenn die Konzentration der Tinktur 1.500 mg pro ml beträgt, würde ein Tropfen 2,5 mg entsprechen (1.500 mg ÷ 600 Tropfen = 2,5 mg).

Um CBD-Öl zu verwenden, gibt man einen oder mehrere Tropfen unter die Zunge und hält die Dosis dort 30 bis 60 Sekunden lang ohne zu schlucken. Kapseln und Kaugummis sind einfacher zu dosieren, obwohl sie in der Regel teurer sind. Sublinguale CBD-Sprays werden hauptsächlich aus Bequemlichkeit verwendet.

Ist es sicher, CBD-Öl zu verwenden?

Ähnlich wie bei der Einnahme von anderen Nahrungsergänzungsmitteln sollte die Verwendung von CBD-Öl in Erwägung gezogen werden, ist es ratsam, vorab den Hausarzt oder anderes medizinisches Fachpersonal zu konsultieren. Dies ist besonders wichtig bei vorhandenen Vorerkrankungen. Auch bei der Einnahme von Medikamenten wie Statine, blutverdünnende Mittel und Kalziumkanalblocker ist es von größter Notwendigkeit, vor der Einnahme von CBD einen entsprechenden Experten aus der Gesundheitsbranche aufzusuchen.

Obwohl die Anwendung von CBD umstritten ist, scheint sie von den meisten Menschen toleriert zu werden. Sie hat jedoch bei einer kleinen Anzahl von Patienten zu Hypotonie und Benommenheit geführt. Da es nicht den THC-Teil der Cannabispflanze enthält, wird das Öl kein „High“ hervorrufen. Außerdem sollte CBD-Öl nicht von schwangeren oder stillenden Frauen verwendet werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Klinische Forschungen haben gezeigt, dass CBD-Öl Nebenwirkungen auslösen kann. Schweregrad und Art können von Person zu Person variieren. Zu den häufigen Symptomen gehören:

  • Angstzustände
  • Veränderungen im Appetit
  • Stimmungswechsel
  • Durchfall
  • Schwindelgefühl
  • Schläfrigkeit
  • Trockener Mund
  • Übelkeit
  • Erbrechen

CBD-Öl kann auch die Leberenzyme (ein Marker der Leberentzündung) erhöhen. Menschen mit Lebererkrankungen sollten CBD-Öl mit Vorsicht verwenden, idealerweise unter der Obhut eines Arztes, der die Leberenzymwerte im Blut regelmäßig überprüfen kann.

Artikelbild: Tinnakorn / Bigstock.com