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Stammzellen aus Nabelschnurblut

Vor- und Nachteile gegenüber den Stammzellen aus dem Knochenmark

Nach einer Geburt bleiben immer Blut- und Plazentareste in der Nabelschnur zurück. Dabei handelt es sich um ein besonderes Blut, das viele wertvolle Blutstammzellen beinhaltet. Diese Stammzellen können dann bei lebensgefährlichen Krankheiten eingesetzt werden. Bis vor Kurzem wurden sie mit der Nabelschnur und Plazenta sofort nach der Geburt entsorgt.

Risikoarme Gewinnung als Hauptvorteil

Die Gewinnung der Stammzellen aus Nabelschnurblut ist relativ risikoarm, was den größten Vorteil des Nabelschnurblutes darstellt. Dafür ist keine umständliche Operation notwendig. Der weitere Vorteil liegt darin, dass davon eine sehr geringe Ansteckungsgefahr, beispielsweise mit HIV-Viren, ausgeht. Bemerkenswert ist der Fakt, dass die Verträglichkeit der Stammzellen aus Nabelschnurblut für den Empfänger höher ist als bei dem Knochenmark, dazu sind sie noch ständig verfügbar. Nach einer Transplantation kommt es auch viel weniger zu Abstoßungsreaktionen, weil die Nabelschnurblutstammzellen eine weniger ausgeprägte immunologische Reife aufweisen. Im Gegensatz zu Knochenmarkstammzellenspende muss bei den Stammzellen aus Nabelschnur keine vollständige Gewebeverträglichkeit vorliegen.

In dem Zusammenhang kann für nahezu jeden Patienten eine passende Nabelschnurblutspende in der Stammzellenbank gefunden werden. Jedes Jahr werden weltweit über 100 Millionen Babys geboren. Das sichert den Bedarf von Nabelschnurblutspenden vollkommen. Das Nabelschnurblut wird allerdings nur in den industrialisierten Ländern und in modernen Kliniken bereitgestellt, weil die Technik der Konservierung des Nabelschnurblutes teuer und aufwendig ist. Dennoch ist die Bereitstellung des Nabelschnurblutes bei Bedarf viel einfacher, als es der fall bei einer Knochenmarkstransplantation ist. Die weiteren Vorteile des Nabelschnurblutes liegen in ihrem hohen Vermehrungs- und Differenzierungspotenzial. Weitere interessante Fakten zu Nabelschnurstammzellentransplantation finden Sie unter http://www.seracell.de/ im Internet.

Welche Nachteile gibt es bei Nabelschnurblutstammzellen

Der erste Nachteil liegt ohne Zweifel in ihrer begrenzter Menge. Eine Nabelschnurblutspende beinhaltet rund eine Milliarde kernhaltige Zellen. Für eine erfolgreiche Transplantation werden jedoch mindestens 10 bis 30 Millionen Zellen pro Kilogramm Körpergewicht von Nöten sein. Nur solche Menge kann die Wahrscheinlichkeit einer Heilung ganz oben halten. Die Nabelschnurblutzellen setzt man deshalb bei einer Therapie vor allem bei Kindern ein, weil sie ein geringeres Körpergewicht haben. Die Gewinnung der Stammzellen nur bei der Geburt des Kindes durchzuführen ist auch ein Nachteil. Dabei sind verschiedene Gendefekte, die beispielsweise zu Diabetes oder sogar Leukämie führen können, nicht ganz ausgeschlossen. Darüber hinaus beobachtet man bei einer Nabelschnurblutstammzellentransplantation eine längere Aplasie der Blutbildung, die bei den Knochenmarkstammzellen viel geringer ausfällt. Die Nabelschnurstammzellen benötigen auch mehr Personal, das für die Bearbeitung und Aufrechthaltung der Stammzellen in den Kliniken verantwortlich ist. Man darf auch nicht vergessen, dass ein Kind mit einer geringeren Blutmenge auskommen muss, wenn der Nabelschnur während der Geburt zu früh abgeklemmt wird.

Artikelbild: © koya979 / Shutterstock

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