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Kreditabschluss mit oder ohne Restschuldversicherung?

Der Abschluss eines Kredites ist für viele Verbraucher ein wichtiger Schritt in ihrem Leben. Oftmals wird das Darlehen abgeschlossen, um eine Immobilie zu finanzieren. Dementsprechend verfügt dieser Kredit über eine Laufzeit von vielen Jahren. Die Frage, ob eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden sollte, ist berechtigt. Angesichts einer unstabilen Wirtschaftslage ist die Gefahr arbeitslos zu werden größer als vor wenigen Jahren.

Ist die Restschuldversicherung allerdings ein empfehlenswertes Finanzprodukt oder treibt es lediglich den Preis eines günstigen Kredites unnötig in die Höhe? Eins ist klar: Für den Kreditnehmer steigen die Kreditkosten, häufig sehr deutlich.

Ursprung der Restschuldversicherung

Die Kreditlebensversicherung hat ihren Ursprung in den USA. Dort ist sie seit den 1950er Jahren ein beliebtes Finanzprodukt, in Deutschland ist die Versicherung erst seit den 1960er Jahren erhältlich. Der Zweck der Versicherung war es, die bestehende Restschuld zu übernehmen, falls der Darlehensnehmer vor der Abzahlung verstirbt. Heute wird die Kreditlebensversicherung allerdings nicht mehr so bezeichnet, sondern als Restschuldversicherung vermarktet. Die Versicherung tritt nun auch dann in Kraft, wenn der Versicherungsnehmer unverschuldet arbeitslos wird oder für eine lange Zeit erkrankt. Die Übernahme der Ratenzahlung erfolgt bei Krankheit allerdings erst nach acht oder 12 Wochen. Die Leistungen bei eingetretener Arbeitslosigkeit sind häufig zeitlich begrenzt.

Wann sie unverzichtbar ist

Bei hohen Kreditsummen, etwa für eine Immobilienfinanzierung, und somit hohen monatlichen Raten kann die Versicherung durchaus sinnvoll sein. Kommt es während der Finanzierung zur Arbeitslosigkeit oder einer schweren Krankheit, können die restlichen Familienmitglieder in der Regel nicht die monatlichen Raten zahlen: der finanzielle Ruin der Familie steht bevor.

Der Vorteil einer Restschuldversicherung gegenüber einer privaten Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass eine Anpassung des Schutzes je nach Restschuld möglich ist. Im Laufe der Versicherungszeit, die je nach Tilgung 20 bis 30 Jahre dauern kann, verringern sich die Beiträge. Bei einer privaten Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung würde die anfänglich hohe Restschuld zu hohen, fast unbezahlbaren Beiträgen führen. Diese Beiträge werden bei einer Restschuldversicherung in das Darlehen mit eingerechnet – die Belastung bleibt für den Darlehensnehmer somit gleich.

Für einen kleinen Ratenkredit, mit dem Möbel, eine Waschmaschine oder andere Konsumgüter gekauft, die nicht viel kosten und deren Kreditlaufzeit somit überschaubar ist, muss eine Restschuldversicherung allerdings nicht abgeschlossen werden. Dies trifft gerade dann zu, wenn die Raten bezahlbar bleiben, sollte es zu einer schlechteren Einkommenssituation kommen.

Kreditvergabe abhängig von Restschuldversicherung

Seit der neuen Verbraucherkreditrichtlinie 2010 dürfen Banken bei der Kreditvergabe den Abschluss einer Restschuldversicherung nicht länger zur Bedingung machen. Sollte dies dennoch der Fall sein, müssen die Kosten im effektiven Jahreszins einsehbar sein. Kunden sind beraten, das Kleingedruckte genau zu studieren. Der Schutz könnte bei bestimmten Vorerkrankungen ausgeschlossen sein oder die Versicherung springt erst nach mehreren Monaten ein. Eine zeitlich befristete Zahlung ist ebenfalls möglich.

 

Artikelbild: © pogonici / Shutterstock

 

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