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Für das Alter vorsorgen: Warum Sparen nur mit einem Plan Sinn macht

Geld sparen hat sich längst zu einem Volkssport entwickelt. Nicht unbedingt, weil uns hin und wieder schwere Zeiten treffen. Es macht einfach Sinn, möglichst früh damit zu beginnen, um einerseits sicher durch sein Leben zu schreiten, andererseits aber auch später genug Geld zu haben, um sich schöne Dinge zu leisten. Doch das Sparen ist nicht so einfach, wie viele Menschen denken.

Ein neues Auto, ein Boot, ein Haus – jeder Mensch hat Wünsche, die er sich früher oder später erfüllen möchte. Damit man möglichst rapide und sicher zu seinem Ziel gelangt, ist ein Sparplan unumgänglich. Mit dem Ziel vor Augen und einem angelegten Sparplan kann man seinem Traum Stück für Stück näher kommen.

Menschheit 2014 – statistisch gesehen so reich wie nie zuvor

Einer kürzlich vorgestellten Studie zufolge ist das weltweite Geldvermögen privater Haushalte auf einem Rekordniveau (PDF; 4,1 MB). In diesem Jahr wurde neben dem Finanzvermögen erstmals auch das Immobilienvermögen untersucht. Diese Studie beschränkt sich allerdings auf europäische Länder, da die Daten für viele andere Staaten fehlen. Der durchschnittliche Immobilienwert des deutschen Bundesbürgers liegt demnach bei etwa 53.000 Euro. Deutschland liegt somit auf dem vierten Platz hinter Großbritannien (82.030 Euro), Dänemark (63.140 Euro) und Frankreich (58.890 Euro).

Wie die oben genannte Studie zeigt, erlangten die Europäer ihren Reichtum mithilfe von kurzfristigen Bankeinlagen. Die große Mehrheit macht um langfristige Anlagen, dazu gehören auch Aktien, einen großen Bogen. Für die Europäer wird Geld nicht investiert, stattdessen wird es geparkt, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Dies ist aus dem Grund problematisch, da die letzten Jahre gezeigt haben, wie wichtig die private Altersvorsorge ist. Leere Staatskassen sollten klar machen, dass jeder selbst für sein Alter vorsorgen muss – und das geht nur mit einem soliden Plan.

Die Realität: Viele Menschen können nicht mit Geld umgehen

Wäre es nicht schon problematisch genug, dass viele Menschen ihre Altersvorsorge aufschieben, kommt ein weiteres Dilemma hinzu: Viele Menschen sind nicht imstande, mit Geld umzugehen. Das alleine beweist die Anzahl der Privatinsolvenzen, die seit 2001 expotenzial angestiegen: Damals gab es nur 17.048 Privatinsolvenzen, ein Jahr später bereits 46.849. Das Rekordjahr war 2010 mit 139.110 Insolvenzen. Auch wenn der Trend seit dem Jahr zurückgeht, liegt er mit 121.784 Insolvenzen im Jahr 2013 weiterhin sehr hoch (Quelle: Bürgel; Schuldenbarometer 2013).

In derselben Publikation wurden Daten über die Altersgruppen veröffentlicht. Nur 0,50 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 20 Jahren musste eine Privatinsolvenz anmelden. 17,60 der 21- bis 30-Jährigen konnten ihre Schulden nicht mehr begleichen sowie 25,10 Prozent der 31- bis 40-Jährigen. Der Großteil der Schuldner ist die Gruppe zwischen 41 und 50 Jahren mit einem Anteil von 29,10 Prozent. Die Gruppe der 51- bis 60-Jährigen hat einen Anteil von 19,90 Prozent und die über 60 Jahren nur 7,70 Prozent.

Und dennoch ist die erschreckende Statistik verwunderlich. Schließlich lernen wir die Zinsrechnung in der Schule, oder doch nicht? Nein, sie ist es nicht, denn spätestens nach dem Schulabschluss haben wir die Zinsrechnung wieder vergessen, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in einem Test ermittelt hat. Wir können auch kein Haushaltsbudget kalkulieren und uns fehlt das lebenswichtige Gespür für Risiko. Der monatliche Gehalt wird bis zum letzten Cent ausgegeben, meist Wochen bevor das nächste Gehalt eintrudelt.

Der Sparplan: Heft raus und nachrechnen

Ein Fehlkauf kann, je nach Wert, den finanziellen Ruin bedeuten. Bestes Beispiel ist die Immobilie: Beim Kauf des Eigenheims vertrauen viele Menschen blind ihrem Bankberater. Ob er das richtige Gespür gehabt hat, stellt sich erst in vielen Jahren heraus. Risikoforscher haben erkannt, dass für viele Menschen der Besuch beim Bankberater mit einem Arzttermin vergleichbar ist: Es geht in erster Linie um Vertrauen. Doch genau dieses Vertrauen kann tückisch sein, wenn die vertraute Person einen Fehler macht und man selbst nicht nachprüft. Im Falle der Immobilie kann der Fehler sehr teuer sein – so teuer, dass es den Betroffenen finanziell ruiniert.

Ziel des modernen Verbrauchers ist es nicht, zum Finanzfachmann zu werden. Es muss auch niemand auf kompetente Beratung verzichten, denn eines ist klar: Ein Berater hat selbst gegenüber dem geschulten Verbraucher einen Informationsvorsprung. Doch ein Verbraucher mit Finanzkompetenz kann die Angebote des Beraters besser einschätzen. Er kann kritische Fragen stellen und sein ganzes Leben finanziell planen. Das ist insbesondere beim Immobilienkauf, aber auch der Altersvorsorge, beim sicheren Anlegen von Geld und anderen Themen, von großer Bedeutung.

Auf dem Weg zur Altersvorsorge hilft letztendlich nur eines: Heft raus und selbst rechnen. Wer nicht begreift, wie man Zinsen kalkuliert und keine Ahnung davon hat, dass eine steigende Inflation das Ersparte entwertet, der kann schlichtweg keinen Überblick über seine aktuellen Finanzen haben, geschweige denn für das Alter vorsorgen.

Quellen:

  • https://www.sparkasse.de/privatkunden/sparen/sparplan.html
  • http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/studie-geldvermoegen-weltweit-auf-rekordhoehe–13168993.html

Artikelbild: © rangizzz / Shutterstock

 

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