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Wie schnell ist eine Froschzunge?

Froschquarken ist der Inbegriff von Natur für viele Menschen. Meistens sitzen Frösche auf Seerosen-Blättern in flachen Gewässern und lauern auf Insekten. Sie sind oft so gut getarnt, dass man genau hinsehen muss um sie überhaupt erkennen zu können.

Wer schonmal die Gelegenheit hatt einen Frosch beim Futtern zu Beobachten, der weiß sicherlich wie schnell er seine Zunge ausfahren kann um ein Insekt zu fangen. Für das menschliche Auge ist dieser Prozess ein Bruchteil von Sekunden. Das Ganze geht so schnell, dass man die Zunge nichtmal mehr als solche erkennen kann. Aber wie schnell ist eine Froschzunge wirklich?

Mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitskameras hat sich der US-amerikanische Biologe Curt Anderson dieser Frage angenommen und hat diesen Fangprozess einer Froschzunge genauer untersucht. Die Zunge eines Frosches schafft fünf bis zehn Meter pro Sekunde. Klingt erstmal nicht besonders schnell, ist aber auch nicht das Wichtigste, was dem Frosch bei der Jagd auf seine Beute behilflich ist. Das eigentlich Erstaunliche ist, sowohl die enorme Beschleunigung der Zunge als auch die Länge, die der Beute des Frosches keine Chance lässt.

Die Froschzunge erreicht das Sechsfache der Körperlänge eines Frosches und besteht aus einem hochelastischen Gewebe, sodass der Frosch genug Platz im Maul für die Zunge hat, indem er sie zusammendrückt wie eine Ziehharmonika. Die Zunge ist elastisch, klebrig und beschleunigt rasant und jeder Frosch weiß mit dieser besonderen Waffe meisterhaft umzugehen.

Meistens liegen die Frösche still am Ufer oder sitzen in flachen, ruhigen Gewässern und warten auf ihre Beute. Wenn sie diese entdeckt haben, kriegen sie große Augen und innerhalb von kürzester Zeit schnellt die Zunge hervor und die Beute, meist in Form von Insekten, hängt an der klebrigen Zunge fest und kann nicht mehr entkommen. Einen Augenblick später ist das Opfer der Froschzunge komplett verschluckt. All das geschieht innerhalb von Sekundenbruchteilen, was den Frosch, sein Jagdverhalten und seine Zunge bis heute zu einem beliebten Forschungsobjekt macht.

Artikelbild: © Eduard Kyslynskyy / Shutterstock

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