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Gesellschaft

Lebensphilosophien – Getting things done und the simple life

Mit dem Alter und Lebensumständen eines Menschen verändert sich auch sein Stil. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass jeder Mensch anders ist. Einige werden von negativen Erlebnissen stark getroffen, während einige Menschen den Tiefschlag mit Fassung tragen und daraus lernen. Wie können einige Menschen das Leben einfach so hinnehmen und einfach erscheinen lassen? Wie können sie trotz Rückschlägen weiterhin optimistisch bleiben und positiv in die Zukunft blicken? Viele Menschen verfolgen das Lebensmotto „the simple life“ und begnügen sich mit dem, was sie bereits haben. Andere sind an „getting things done“ interessiert und wollen ihren Lebensstandard ständig erhöhen.

Nach einem negativen Erlebnis oder einem unangenehmen Ereignis können Orientierungslosigkeit und Ratlosigkeit die Ursache für die Niedergeschlagenheit eines Menschen sein. In diesem Moment sind viele Menschen ratlos, sie wissen nicht an wen sie sich wenden sollen, oder wie man die Situation lösen kann. Gleichzeitig werden wir von Menschen beeindruckt, die trotz eines Rückschlags mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Ein einfaches Lebensmotto oder eine Lebensphilosophie ist oftmals der Grund für ihre positive Einstellung, die ihnen bei wichtigen Entscheidungen helfen und der Kompass des Lebens ist. Persönliche Lebensphilosophien kann jeder Mensch entwickeln, sie basieren auf individuelle Wünsche und Ziele, Bedürfnisse sowie Vorstellung. Wichtig dabei ist aber auch der Glaube, der die Lebensphilosophie unter Umständen mitformen kann.

The Simple Life

„Life is really simple, but we insist on making it complicated.“

Konfuzius hat bereits zu seiner Zeit erkannt, dass wir Menschen unser Leben unnötig erschweren. Wer kommt nicht mit voller Zufriedenheit und Freude nach Hause, wenn er einen neuen Fernseher gekauft hat? Jeder kennt dieses Erlebnis. Wer jedoch öfters das Verhalten von Freunden und bekannten beobachtet, dem wird schnell auffallen, dass die Freude schnell abflacht. Der Fernseher wird „ein weiteres Item„, die Aufregung löst sich schnell in Luft auf. Mit steigendem Reichtum scheint es so, als würden Menschen immer mehr Dinge ihrer Wohnung hinzufügen. Wir nutzen unsere Wohnung und unsere Einrichtung, um zu zeigen, dass wir das „Spiel des Lebens“ gewonnen haben. Als Kind sammelt man zahlreiche Spielsachen, DVDs, Spiele und vieles mehr, die den anderen Kindern zeigen, dass man besser ist.

Hätte man diese Dinge aus dem eigenen Leben entfern, würde das eigene Ego leiden. Das Problem bei der Ansammlung verschiedener Dinge ist nicht nur, dass die eigene Wohnung schnell überfüllt wird, sondern auch der geistige innere Raum wird schnell überfüllt. Man findet nicht mehr den Frieden mit der eigenen Person. Zuerst fühlen wir das unglaublich dringende Bestreben unser Leben mit allen möglichen Dingen zu füllen, nur um sie wieder wegzuwerfen. Nun benötigen wir noch mehr Platz, eine größere Wohnung, um noch mehr Dinge unterzubringen. In den USA gibt es sogar mehr Selfstorage-Räume als McDonald’s Restaurants. Dies zeigt klar, wie schwer es dem Menschen fällt, sich von seinen Gegenständen zu trennen, wie es the simple life erfordert.

Ist weniger wirklich mehr?

Weniger ist mehr – zumindest sind viele Menschen von der Richtigkeit dieser Redewendung überzeugt.

Das Zen der Räumlichkeit Viel Raum hat eine gewisse Schönheit, die für nicht sehen können, weil wir nicht durch die zahlreichen Dinge sehen können, die wir besitzen. Wenn wir in unserer Umgebung physikalischen Raum schaffen, kann sich ein unbeschreiblicher Frieden in uns offenbaren. Dies ist das Prinzip hinter dem traditionellen japanischen Hausgebrauch. Die Schönheit von wenig Raum ist die Anerkennung von Minimalismus, wo weniger wirklich mehr ist. Wir müssen verstehen, dass jeder Quadratmeter Raum genossen und nicht gefüllt werden muss.

Platz schaffen Wenn wir uns an einen Gegenstand erinnern, den wir als Besitzer aber niemals nutzen, löst das selbst zugefügte Schuldgefühle aus. Wenn wir beispielsweise Fitnessgeräte in unserer Wohnung stehen haben und diese nie nutzen. Jedes Mal wenn wir diese Geräte erneut sehen fühlen wir uns schuldig. Dieses Schuldgefühl frisst regelrecht unseren inneren, mentalen Raum. Die äußere Welt ist eine Reflexion unserer inneren Welt. Sobald die äußere Welt von allen unnötigen Dingen befreit wird, können wir uns erst richtig wohlfühlen.

Anerkennung Umso weniger wir besitzen, umso mehr Aufmerksamkeit können wir den Dingen zeigen, die wir bereits besitzen und regelmäßig nutzen. Es ist wirklich beeindruckend, wie wenig ein Mensch wirklich zum Leben benötigt. Wenn wir unser Zuhause von allem Überflüssigen befreien, können wir uns auf die Dinge freuen, die wir wirklich benötigen und nutzen.

Die Kunst von „weniger ist mehr“ liegt darin, seine eigene Perspektive zu ändern. Als Erstes müssen wir erkennen, wo unsere wahren Werte liegen und uns auf diese konzentrieren. Als Nächstes müssen wir Zeit schaffen, um uns über die simplen Dinge zu freuen.

You can’t spend all your time worrying about where your next Twinkie is going to come from, so follow rule #32 and Enjoy The Little Things.

Positives Denken

Als Mensch sollen wir jeden Tag mit einem Lächeln zur Arbeit gehen, in allem das Gute sehen und optimistisch in die Zukunft blicken. Das positive Denken ist nahezu zu einem Zwang geworden. Wissenschaftler warnen: Das gezwungene positive Denken kann krankmachen. Sie empfehlen stattdessen, dass man auch schlechte Gefühle zulässt. Tatsächlich ist die Sache kompliziert. Wissenschaftliche Untersuchungen dokumentieren zwar die psychischen und körperlichen Vorzüge einer optimistischen Lebenshaltung, jedoch sind das Problem die Folgen, die der Zwang zum positiven Denken auslöst. Viele Menschen versuchen krampfhaft alle negativen Gedanken und Emotionen aus ihrem Alltag auszuschließen. Der Psychologie-Professor an der amerikanischen Emory-Universität in Atlanta Scott Lilienfeld warnt sogar vor dem Zwang zum positiven Denken. Für Opfer von Traumata kann dieses Denken sogar schädlich sein. Seiner Meinung nach müssen individuelle Unterschiede respektiert werden.

„Ein Patentrezept für alle gibt es nicht.“ Die US-amerikanische Autorin Barbara Ehrenreich macht zahlreichen Bürgern mit ihrem vor Kurzem veröffentlichten Buch Mut. Ehrenreich gehört zu den bekanntesten Autorinnen der USA. Ihre Essays erscheinen in erfolgreichen Printmedien wie der New York Times und ihre Bücher sind in Bestsellerlisten zu finden. Mit ihrer Neuveröffentlichung „Smile Or Die– Wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt“ scheint die US-amerikanische Schriftstellerin das weltweite Problem des positiven Denkens erkannt zu haben. Seit Jahrzehnten versuchen Motivationstrainer und Ratgeber uns zu vermitteln, dass allein das positive Denken zum beruflichen Erfolg und Reichtum führt. Das gezwungene positive Denken führt lediglich zu einer Schein-Glücklichkeit, tatsächlich versteckt man sich jedoch nur hinter einer Fassade und geht seinen Problemen aus dem Weg.

Getting Things Done

Wer kann zu diesem Zeitpunkt ehrlich zugeben, dass er diesen Ratgeber-Artikel gelesen hat, ohne an 1.000 verschiedene Dinge zu denken, die man nicht vergessen darf? Wohl kaum einer. Sei es die Aufgabe, dem Nachbarn den Grill zurückzugeben, schnell die neusten Einträge auf Twitter und Facebook zu kontrollieren oder noch eine E-Mail an den Chef zu schreiben. Unser Unterbewusstsein erinnert sich ständig an tausend Dinge, selbst dann, wenn man sich versucht, auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Dies versucht Stress und stört gleichzeitig die Produktivität. Aus diesem Grund hat Davin Allen „Getting Things Done“, eine Zeitmanagement-Methode, entwickelt. Sie soll helfen die zahlreichen Gedanken in unserem Kopf in einem verlässlichen System außerhalb unseres Gedächtnisses festzuhalten. GTD richtet sich dabei besonders an Wissenarbeiter. Zu diesen Menschen zählen Personen, die vorwiegend Informationen und Wissen verarbeiten. Es gibt auf dem Markt bereits zahlreiche Tools zum Thema Getting Things Done. Wichtig ist es, seinen Arbeitsablauf gut zu planen und organisieren, um nicht mehr von seinem Unterbewusstsein abgelenkt zu werden.

Artikelbild: © Linda Moon / Shutterstock

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