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Geldanlage in Crowdinvesting: Wie lohnenswert ist das Prinzip?

Von Crowdfunding hat in zwischen jeder gehört. Auf Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo haben in den vergangenen Jahren unzählige Menschen das nötige Kleingeld gefunden, um ihr Projekt zu realisieren. Für die Spender springt dabei meist nicht viel raus. Anders sieht es beim Crowdinvesting aus.

Der Unterschied zwischen Crowdinvesting und Crowdfunding

Der große Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting ist, in Deutschland zumindest, dass man bei ersterem Prinzip spendet. Crowdfunding ist der Oberbegriff der sogenannten Schwarmfinanzierung, die in vier Bereiche aufgeteilt ist:

  1. Donation-Based Crowdfunding (auf Spenden basierend)
  2. Reward-Based Crowdfunding (auf Belohnungen basierend)
  3. Lending-Based Crowdfunding (Leihen)
  4. Equity-Based Crowdfunding (Finanzierung)

Die vierte Art wird im Deutschen Crowdinvesting genannt. Die Namensabweichung ist wichtig, da sich die vierte Crowdfunding-Art maßgeblich von den anderen drei unterscheidet.

Inzwischen werden die meisten Projekte nach dem Schema Reward-Based Crowdfunding ausgeführt, damit das Spenden etwas attraktiver wird. Wenn aber eines der Projekte über Nacht zum größten Erfolg der Menschheit wird und Millionen von Euro Wert ist, gehen die Spender leer aus. Denn der Projektinhaber ist nicht dazu verpflichtet, sie für ihre Spende, Abseits der Versprochenen Belohnungen, zu bezahlen.

Beim Crowdinvesting dagegen sieht die Situation anders aus. Hier ist man nicht Spender, sondern Investor. Das Geld wird in diesem Fall nicht gespendet, sondern investiert. Dieses Prinzip ist aus dem Grund interresant, weil wirklich jeder investieren kann. Im Vergleich zur Geldanlage in Private-Equity-Fonds sind Crowdinvesting-Projekte sehr transparent. Die Investoren wissen genau, in was für ein Unternehmen sie ihr Geld investieren. Sobald ein Start-up Gewinn ausschüttet, werden die Investoren anhand ihrer Anteile entlohnt.

Wie rentabel Crowdinvesting für den Investor sein kann

Wie viel genau kann man beim Crowdinvesting gewinnen? Das hängt natürlich von dem jeweiligen Projekt ab und wie viel man investiert.

Eine kleine Beispielrechnung:

Ein Anleger investiert 500 Euro in ein Start-up. Für diese Summe erhält er einen Anteil von 0,1 Prozent an der Firma. Nach sechs Jahren ist er dazu berechtigt, den Vertrag und somit auch seine Beteiligung erstmals zu kündigen.

Um die Entlohnung zu berechnen, wird der Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) mit einem Faktor multipliziert, der vertraglich geregelt wurde. Angenommen der Unternehmenswert liegt bei zwei Millionen Euro. Von diesem Wert erhält der Anleger seine 0,1 Prozent plus die ursprüngliche Beteiligung von 500 Euro:

2.000.000 × 0,001 = 2.000

2.000 + 500 = 2.500

Nach einer Investition von 500 Euro erhält der Anleger nach sechs Jahren 2.500 Euro zurück. Die Rendite beträgt somit erstaunliche 400 Prozent.

In welche Projekte Anleger investieren können

  • Start-ups: Kluge Köpfe sind oftmals in Geldnöten. Ein großes Problem, wenn die zündende Idee nicht umgesetzt werden kann. Deshalb nutzen immer mehr Start-ups das Crowdinvesting, um ihre Idee zu finanzieren. Im Gegensatz zur klassischen Finanzierung, die meist von einem Geldinstitut oder einigen großen aber wenigen Geldanlegern ausgeht, sammeln sie in diesem Fall ihr Kapital bei vielen kleinen Investoren ein.
  • Immobilien: Unzählige Immobilien rund um die Welt beglücken uns seit Jahren mit ihrer eindrucksvollen Pracht. Doch viele von ihnen benötigen eine dringende Restauration – und genau für diese fehlt das nötige Geld. Anleger haben mit dem Crowdinvesting die Möglichkeit, wunderschöne Bauten vor dem Abriss zu retten.

6 Deutsche Plattformen für Crowdinvesting

  1. auxmoney: Anleger haben die Möglichkeit, bei auxmoney in bonitätsstarke Kreditnehmer zu investieren. Laut dem Unternehmen liegt die durchschnittlich erwartete Rendite bei derzeit 6,77 Prozent (Quelle).
  2. Seedmatch: Investoren können sich mit mindestens 250 Euro an einem Projekt beteiligen. Die Zielgruppe des Portals sind Start-ups, die nachhaltige Produkte und zukunftsweisende Technologien entwickeln.
  3. Companisto: Bei Companisto ist der Mindestinvestionsbetrag kleiner, er liegt bei nur fünf Euro. Hier beteiligt man sich jedoch nicht direkt, es kommt zu einem Pooling.
  4. Innovestment: Mithilfe einer Auktion wird der Wert eines Unternehmens bestimmt. Dann müssen Investoren mindestens 500 Euro investieren.
  5. Bergfürst: Wie auch bei Seedmatch müssen Investoren zumindest 250 Euro investieren.
  6. Fundsters: Business Angels haben die Möglichkeit, sich an einem Jungunternehmen zu beteiligen und eine entsprechende Rendite zu erhalten.

Quelle: crowdfunding-portal.de

Artikelbild: © Alaris / Shutterstock

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