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Die Geschichte des Verlobungsrings

Die Geschichte des Verlobungsrings geht zurück bis in die Antike. Wer einen Verlobungsring auswählen möchte, sollte über die lange Tradition dieses bedeutungsvollen Ringes Bescheid wissen.

Der heutige Brauch zur Verlobung

Wenn der Bräutigam seiner Auserwählten einen Heiratsantrag macht, schenkt er ihr einen liebevoll ausgewählten Verlobungsring als Symbol seiner Liebe und Treue. Nur, wenn sie Ja sagt und den Ring annimmt, ist die Verlobung erfolgreich. Nun kann die Planung der Hochzeit beginnen.

Doch Verlobungen und die dazu gehörenden Verlobungsringe sind keine Erfindung der Moderne. Schon zu Zeiten der Antike spielten diese besonderen Ringe eine wichtige Rolle, wenn ein Mann um die Hand seiner zukünftigen Braut anhielt. Wir gehen den Spuren der Verlobungsringe jetzt genauer auf den Grund.

Der Ring und die Geschichte seiner besondere Form

Es ist die spezielle Form des Ringes, durch die er etwas ganz Besonderes wird. Er hat die Form eines Kreises, welcher in sich geschlossen ist und daher weder einen Anfang noch ein Ende hat. Beim genaueren Hinsehen erinnert er jedoch nicht nur an einen Kreis, sondern auch an die Form der Sonne und des Vollmondes.

Kein Wunder, dass von dem Ring daher eine sehr hohe Bedeutung ausgeht und er schon vor langer Zeit als Symbol der Unendlichkeit, der Einheit und der Perfektion betrachtet wurde.

Schon Höhlenmenschen sollen ihre Frauen mit einer Art Ring gekennzeichnet haben

Mutmaßungen über die Wurzeln der Verlobungsringe gibt es viele. Während einige Historiker überzeugt sind, dass die Tradition erst von den antiken Griechen eingeführt wurde, gehen andere davon aus, dass der Brauch schon unter den Höhlenmenschen verbreitet war. Glaubt man diesen Wissenschaftlern, dann stammt die Tradition des Verlobungsringes aber von einem nicht allzu romantischen Brauch ab, der nicht wirklich von Herzen kam.

Wenn ein Mann eine Frau gefunden hatte, die er sein Eigen nennen wollte, fesselte er sie mit einem Stück Schnur, das aus Zweigen, Fasern oder ähnlichem geflochten wurde. Sie hatte keine Chance, zu entkommen. Erst, wenn die Dame keine Anstalten mehr machte zu fliehen, wurde die erste Hälfte der Fesseln entfernt.

Nur, wenn sie nun immer noch an seiner Seite bleiben wollte, wurde die Beziehung mit einem symbolischen Stück Schnur besiegelt, das ihr um den Finger gewickelt wurde. Diese Schnur sollte zum Ausdruck bringen, dass die Frau bereits vergeben war.

Der Verlobungsring hat seine Wurzeln im antiken Griechenland

Fest steht, dass die Tradition, seiner Herzensdame einen Verlobungsring auszusuchen, spätestens im alten Griechenland begann. Schon zu jener Zeit galten Ringe als Zeichen der Fürsorge und Zuneigung, sodass sie oft schon vor der eigentlichen Hochzeit verschenkt wurden.

Aus frühen Erzählungen über die alten Römer geht hervor, dass Verlobungsringe aus Eisen gefertigt waren, welche mit kleinen Schlüsseln versehen waren. Die Symbolik dieser Verzierung wird heute auf zwei verschiedene Arten interpretiert:

  1. Der Schlüssel symbolisiert den Schlüssel zum Herzen der zukünftigen Braut.
  2. Der Schlüssel steht symbolisch für das Recht und den Besitz des Mannes, dem mit der Hochzeit auch die Hälfte des Hauses gehört.

Doch auch das Eisen, aus dem die Verlobungsringe hergestellt wurden, hatte eine große Bedeutung, denn es stand für Treue, Bescheidenheit und Sparsamkeit.

Im Mittelalter kehrte der Brauch zurück

Danach wurde es viele Jahre lang still um den Verlobungsring. Offenbar dauerte es bis zum 15. Jahrhundert, bis sich die Menschen an die Traditionen rund um die Verlobung erinnerten.

Im Mittelalter wurde erstmals ein Diamantring verschenkt

Der Geschichte nach schenkten hauptsächlich Männer aus den wohlhabenden Bevölkerungsschichten ihren Frauen einen wertvollen Ring zur Verlobung. Besonders der Diamantring erfreute sich zu jener Zeit einer großen Beliebtheit. Juweliere besetzten die Verlobungsringe daher oft mit einem oder mehreren Diamanten. Insgesamt waren die Ringe zu jener Zeit aufwendiger und hochwertiger verarbeitet.

Die Geschichtsschreibung besagt, dass der Erzherzog Maximilian von Habsburg der Erste war, der seiner Auserwählten Maria von Burgund einen mit Diamanten verzierten Verlobungsring schenkte. Dies geschah im Jahre 1477. Der Diamant verdeutlichte die Treue, die Harmonie und die tiefe Verbundenheit in der Ehe zweier Menschen.

In weniger wohlhabenden Schichten war der Verlobungsring ebenso bekannt

Auch wenn sich in den unteren Bevölkerungsschichten niemand einen Diamantring leisten konnte, waren Verlobungsringe dort ebenfalls verbreitet. Man griff jedoch auf Ringe aus Stein oder Holz zurück. Bei Brautschauen wählten heiratsfähige Männer eine Frau aus, die sie sich an ihrer Seite vorstellen konnten. Sobald sie eine Herzensdame ausgesucht hatten, wurde mit dem Brautvater verhandelt, wie der Preis für die Braut, also die sogenannte Mitgift auszusehen hatte.

Nur wenn man sich einig wurde, besiegelte man die Verhandlungen mit einem Handschlag. Dieser Handschlag ist übrigens ebenfalls sehr symbolträchtig, denn hierauf geht die heute noch oft genutzte Redewendung zurück: Er möchte um ihre Hand anhalten. Die Frau, über die erfolgreich verhandelt wurde, trug danach an ihrem linken Ringfinger einen Ring, der zeigte, dass sie nun vergeben war.

Zwei besondere Verlobungsringe bildeten sich heraus

Es gibt zwei besondere Ringe, die sich im 16. und 17. Jahrhundert herausbildeten: Der Claddagh-Ring und der Gimmel-Ring.

Der Claddagh-Ring hat seinen Namen von einem irischen Fischerdorf. Er zeigt zwei für tiefe Freundschaft stehende Hände, die ein Herz umfassen. Darüber befindet sich eine Krone, die für Loyalität und Treue steht. Der Legende nach soll ein Fischer namens Richard Joyce, der aus Claddagh stammte, zu jener Zeit von Piraten entführt worden sein. Sie verkauften ihn als Sklave an einen Goldschmied aus der Türkei, der ihm die Goldschmiedekunst lehrte. Aus Sehnsucht nach seiner Verlobten, die so weit entfernt war, erschuf er diesen Ring, der Jahre später als Claddagh-Ring bekannt wurde. Durch die politischen Umstände wurde Joyce schließlich freigelassen und fand seine Geliebte in seiner Heimat tatsächlich unverheiratet und auf ihn wartend vor.

Auch der Gimmel-Ring hat eine sehr alte Tradition. Er war im 16. und 17. Jahrhundert sowohl als Verlobungs- als auch als Ehering sehr beliebt. Der Gimmel-Ring ist ebenfalls als Zwillingsring bekannt, weil er aus zwei und zum Teil auch aus drei Ringschienen besteht.

Mit Diamanten verzierte Verlobungsringe sind bis heute beliebt

Verlobungsringe und Trauringe mit Diamanten waren auch nach dem Mittelalter noch gefragt. Diamanten galten damals als härtester Stein und symbolisierten so die ewige Treue in einer Ehe. Später legte man viel Wert auf die Farbe des Diamanten. Blaue Edelsteine waren besonders gefragt, sodass zum Beispiel Saphire sehr häufig zum Einsatz kamen. Das lag daran, dass Blau schon damals als Farbe der Treue galt.

Dies ist ein Brauch, der sich bis heute durchgesetzt hat, denn ein klassischer Verlobungsring ist immer noch mit einem blauen Diamanten verziert. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Verlobungsring von Prinzessin Diana, der von Prinz William an seine Verlobte Kate Middleton überreicht wurde.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Edelsteine zwar immer noch von enormen Wert, aber nicht mehr so selten und so teuer wie zu früheren Zeiten. Daher können sich inzwischen deutlich mehr Menschen einen Verlobungsring mit Diamanten leisten.

Die moderne Verlobung in verschiedenen Kulturen

Auch heute gibt es bei den Verlobungsringen von Kultur zu Kultur einige wesentliche Unterschiede. In den USA ist die Verlobung heute sehr weit verbreitet und oft mit einer üppigen Zeremonie verbunden. Dort ist es beispielsweise üblich, dass der Verlobungsring den Wert von ungefähr drei Monatsgehältern aufweist. Für diese Schmuckstücke finden daher ausschließlich hochwertige Materialien wie Gold oder Platin und wertvolle Edelsteine wie einkarätige Diamanten Verwendung.

In Deutschland stellen Paare nicht so hohe Ansprüche an ihren Verlobungsring und legen auch nicht so viel Wert darauf, dass er sehr teuer ist. Stattdessen kommt es Frauen verstärkt darauf an, dass der Mann den Schmuck mit viel Zeit und Liebe ausgewählt hat. Daher sind Verlobungsringe hierzulande auch aus ganz verschiedenen, meist nicht so teuren Materialien gefertigt, wie etwa:

  • Silber
  • Edelstahl
  • Palladium
  • Keramik

Wertvoller ist bei uns meist der Ehering, der das Paar den Rest des Lebens begleiten wird. Die Eheringe eines Paares, die übrigens an der rechten Hand getragen werden, bestehen daher häufig aus hochwertigeren Metallen wie Gold oder Platin.

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