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Sollten die historisch niedrigen Bauzinsen ausgenutzt werden?

Für die meisten Bewohner in Deutschland ist der Traum vom Eigenheim nur mithilfe eines Immobilienkredites realisierbar. Die Häuslebauer und Immobilienkäufer haben dabei die Wahl zwischen diversen Finanzierungsangeboten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Derzeit sind die Zinsen so niedrig wie je zuvor. Dieser Trend wird allerdings nicht mehr lange anhalten. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Immobilienkredit mit niedrigen Bauzinsen und möglichst günstigen Konditionen abzuschließen.

Immobilienmarkt verzeichnet einen Aufschwung

An oberster Stelle auf der Wunschliste der Deutschen stehen nach wie vor die eigenen vier Wände. Ein Großteil der Familien bzw. Paare wünscht sich eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus. Das Interesse an Wohnimmobilien ist aktuell größer als je zuvor, dementsprechend steigen auch die Preise. Besonders beliebt sind gebrauchte, frei stehende Einfamilienhäuser. Der Wohnungsbaumarkt verbucht auf der anderen Seite einen leichten Rückwärtstrend. Seit 1990 wurden noch nie so wenige Häuser gebaut wie im Jahr 2009.

Die Preise der Immobilien orientieren sich nach wie vor vom Standort: Bewohner der bayerischen Großstadt München müssen am tiefsten in die Tasche greifen. Städte wie Wiesbaden, Frankfurt, Freiburg, Stuttgart und Ingolstadt gehören ebenfalls zu den teuersten Städten für den Kauf bzw. Bau einer Immobilie. Wer sich an dieser Stelle überlegt auf dem Land zu wohnen, der wird enttäuscht. Denn auch im nahegelegenen Umland sind die Preise ähnlich, wie die in der Großstadt. In den neuen Bundesländern sind dagegen günstigere Immobilien und Grundstückspreise zu finden. Für die Finanzierung stehen den zukünftigen Immobilienbesitzern verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die Bauzinsen lagen im Jahr 2010 bei durchschnittlich vier Prozent, was bereits relativ niedrig war. Doch 2011 und 2012 entwickelte sich der Kurs weiter nach unten und liegt derzeit bei etwa drei Prozent.

Vom Niedrigzinssatz profitieren

Obwohl das Sorgenkind Griechenland tief in den Schulden steckt, scheint die EZB ihre bisherige Strategie weiterhin zu verfolgen. Die Notenbanker gewähren der Wirtschaft weiterhin billiges Geld. Dementsprechend wirkt sich der nach wie vor gültige Rekord-Leitzins der EZB auf den Bauzins-Markt auswirken. Eigenheimbesitzer können somit auch im 2. Quartal auf einen niedrigen Bauzins hoffen. Volkswirte hatten sich ursprünglich zur Jahreswende auf eine Zinswende eingestellt und damit gerechnet, dass die EZB ihre Zinssenkungspolitik einstellen würde. Mittlerweile wird damit gerechnet, dass der Leitzins unter einem Prozent fallen könnte. Dies wäre der niedrigste Zinssatz seit der Gründung der Europäischen Zentralbank.

Verbraucher und Unternehmen profitieren langfristig ebenfalls von der gesamten Entwicklung, da der Leitzinssatz die Kreditkosten beeinflusst. Für Häuslebauer und diejenigen, die auf der Suche nach einer Immobilie sind, lohnt sich der aktuell niedrige Zinssatz für lange Zinsbindungsfristen. Auch kürzere Zinsbindungen von zehn Jahren sind zu moderaten Aufschlägen möglich und erhöhen zusätzlich die Planungssicherheit. Die Zinseinsparungen können gleichzeitig für einen höheren Tilgungssatz verwendet werden. So werden Zinskosten nochmals eingespart und der Weg in die Schuldenfreiheit verkürzt.

Jetzt den Eigentumserwerb starten

Wer seinen Traum nach dem Eigenheim realisieren will, der sollte nicht länger zögern, denn jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Die Entwicklung der diesjährigen Bauzinsen steht unmittelbar mit den gestiegenen Ölpreisen in Verbindung. Für Baudarlehen mit einer Bindungsfrist von zehn Jahren müssen nicht mehr als 2,7 Prozent gezahlt werden. Für Darlehensnehmer, die am Ende der Zinsbindung auf eine Anschlussfinanzierung verzichten wollen, können von Darlehenslaufzeiten von 20 oder mehr Jahren profitieren. Hier liegt der Zinssatz bei etwa rund 3,4 Prozent. Angesichts der aktuellen Entwicklung werden die Bauzinsen auch in den kommenden Monaten niedrig und günstig bleiben. Dennoch sollte der Abschluss eines Kreditgeschäfts nicht zu lange hinausgezögert werden.

Immobilien als Zinstreiber

Ein weiterer Grund, warum die aktuelle Marktsituation ausgenutzt werden sollte, ist die steigende Nachfrage nach Immobilien. Selbst wenn der Bauzins niedrig ist, ist dies nicht mit einem Vorteil verbunden, wenn die Preise der Immobilien steigen. In einigen deutschen Großstädten ist bereits das Problem zu beobachten, dass Immobilien fast täglich teurer werden. Wer in diesem Fall zu lange zögert, zahlt mehr oder verliert das Haus an einen anderen Immobiliensucher.

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Artikelbild: © violetkaipa / Shutterstock

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