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Ist Save.tv legal?

Seit 2005 bietet der Internetdienst Save.tv seinen Kunden einen browserbasierten Videorekorder an. Nutzer müssen sich dafür lediglich registrieren und können anschließend die Programme der angebotenen Sender aufzeichnen. Aktuell werden hierbei 44 private und öffentliche Fernsehsender angeboten. Eine Besonderheit hieran ist, dass Save.tv seinen Kunden das Programm ohne jegliche Werbung anbietet. Diese können anschließend wann und wo sie möchten die aufgezeichneten Sendungen werbefrei ansehen. Voraussetzung ist hierbei jedoch das XL Paket, das zuvor gebucht werden muss. Die Aufnahmen können anschließend entweder über das Save.tv Portal online angesehen oder heruntergeladen und bei Bedarf dann auch bearbeitet werden. Zusätzlich lassen sich Fernsehsendungen bis zu zwei Wochen im Voraus zur Aufnahme programmieren. Die Frage, die sich jedoch dabei für viele Nutzer sofort stellt ist, ob Save.tv legal ist.

Kosten von Save.tv

Save.tv bietet eine 14-tägige Probemitgliedschaft an, die kostenlos ist. Danach hat der Nutzer eine Auswahl zwischen zwei Tarifen. Der Basistarif bietet eine Aufnahmekapazität von 50 Stunden bei einem monatlichen Preis von 4,99 €. Die Laufzeit beträgt hierbei 12 Monate. Wählt man ein Abonnement von 6 oder 3 Monaten, steigen die monatlichen Kosten auf 7,49 € bzw. 9,99 €. Zusätzlich eröffnet Save.tv seinen Kunden die Möglichkeit, einen XL Tarif zu wählen. Dieser ermöglicht werbefreie Aufnahmen, ein unbegrenztes Videoarchiv, Aufnahmen in höherer Qualität und auch für das Smartphone sowie einen persönlichen Aufnahmeassistenten. Der monatliche Preis variiert hierbei je nach Laufzeit zwischen 9,99 € und 14,99 €. Einen Überblick über die Preise und Features gibt es hier.

Rechtliche Lage – ist Save.tv legal oder illegal?

Save.tv ist legal, jedoch umstritten. Der Bundesgerichtshof entschied 2009, dass Videorekorder im Internet wie Save.tv legal sind, solange sie die Urheberrechte der Fernsehsender nicht verletzen. Es müsse daher sichergestellt sein, dass jeder Kunde nur seine eigenen Aufnahmen aufzeichnet. Zudem müssen die Aufzeichnungen automatisch erfolgen, damit Dienste wie der von Save.tv legal sind. Der Fernsehsender RTL klagte gegen Anbieter von Online-Videorekordern. Diese Klage wurde dem Bundesgerichtshof zur Einzelfallprüfung vorgelegt. Sich selbst sieht Save.tv als legal an, denn nach eigenen Angaben erfüllt der Dienst die geforderten Voraussetzungen. Das Oberlandesgericht bestätigte 2011, dass Save.tv legal sei und nicht gegen das Vervielfältigungsrecht verstößt.

Nachdem 2012 auch die ProSiebenSat1 Media AG klagte, gab das Landgericht München an, dass Save.tv zukünftig keine Aufnahmen der Media AG mehr anbieten dürfe. Laut dem Münchner Landgericht benötige der Anbieter die Lizenz der Sender zur weiteren Erlaubnis, da sonst dessen Rechte verletzt würden. Somit widersprach das Landgericht dem Bundesgerichtshof und bezeichnete Save.tv als nicht legal. Jedoch hat Save.tv die Sender der ProSiebenSat1 Media AG weiterhin im Angebot und gibt an, dies auch nicht zu ändern, solange das Urteil noch nicht rechtskräftig sei und keine schriftliche Urteilsbegründung vorliege. Momentan entscheidet der Bundesgerichtshof in einer Revision des Urteils, ob dieses zulässig ist und Save.tv legal seine Dienste weiter anbieten darf oder zumindest auf gewisse Sender, die ihre Rechte verletzt sehen, verzichten muss.

Für die Nutzer des Online-Videorekorders ist Save.tv legal. Rechtsstreitigkeiten, die zwischen dem Anbieter und Fernsehsendern stattfinden, betreffen den Kunden nicht. Dieser würde sich lediglich mit der Verbreitung der Aufnahmen strafbar machen, zum Beispiel dem Verkauf oder der Weitergabe von aufgezeichneten Filmen oder Sendungen. Hier gelten dieselben Regeln wie beispielsweise bei gekauften DVDs, die bekanntlicherweise ebenfalls nicht kopiert und weitergegeben werden dürfen.

Artikelbild: CC0 – Charles Rondeau

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