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Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll oder nicht?

Bei der Beurteilung dieser Frage muss man sich zuerst einmal damit auseinandersetzen, was in der gesetzlichen Versicherung enthalten ist. Sie sichert die Mitglieder gegen den Fall einer teilweisen oder gänzlichen Erwerbsunfähigkeit ab. Das bedeutet, dass man hier nur dann Leistungen bekommt, wenn man gar nicht mehr oder nur noch stundenweise arbeiten kann. Dabei behält sich die gesetzliche Rentenversicherung vor, die Betroffenen auch auf andere Berufe umschulen zu können, wenn dadurch die Erwerbsfähigkeit vollständig oder teilweise wieder erreicht werden kann.

Was deckt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bekommt man aus der Berufsunfähigkeitsversicherung, oder kurz BUZ, auch dann Leistungen, wenn man auf Grund eines Unfalls, einer Erkrankung oder durch das Alter verursachten Verschleißerscheinungen seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann. Alternativ kann sich die Berufsunfähigkeitsversicherung auch auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit beziehen, was bedeutet, dass Veränderungen möglichst zeitnah gemeldet werden müssen.

Wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, kann es sein, dass sie eine so genannte Verweisungsklausel enthält. Das bedeutet, dass einen der Versicherer im Schadensfall auch in einen anderen Beruf verweisen kann. Sie Leistungen würden dann nur für die Frist bezahlt, die man für eine entsprechende Umschulung benötigt.

Die Kosten der Umschulung selbst werden in dem Fall von der Berufsunfähigkeitsversicherung ebenfalls mit übernommen. Da das Risiko für die Gesellschaften bei der Berufsunfähigkeitsversicherung mit Verweisungsklausel deutlich geringer als bei den Verträge ohne eine solche Klausel ist, bekommt man diese auch zu deutlich niedrigeren Beiträgen.

BUZ ist für jeden bis Ende 50 sinnvoll

Selbst wenn es sich um einen Fall der Erwerbsminderung handeln sollte, besteht zwischen dem im Vorfeld erzielten Einkommen und dem Rentenbezug aus der gesetzlichen Versicherung immer eine Versorgungslücke. Sie ist umso größer, je jünger man ist. Erst in den letzten Jahren vor dem Eintritt in die Altersrente kann man diese Lücke beispielsweise durch die Zahlungen aus einer privaten Rentenversicherung schließen. Davor sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung zum Grundpaket der privaten Absicherung gehören.

Ab einem Alter von etwa 55 Jahren gibt es bei dem Chart zu den Beiträgen für die Berufsunfähigkeitsversicherung einen richtigen Knick. Bei einer Vertragslaufzeit, die darüber hinaus geht, muss man mit erheblich höheren Beiträgen rechnen. Deshalb empfehlen gut geschulte Versicherungsmakler die BUZ auch nur bis zum 55. Lebensjahr. Je früher man eine BUZ abschließt, desto günstiger werden die monatlichen Beiträge, weil in jungen Jahren das Schadensfallrisiko geringer ist und Rückstellungen für das Alter gebildet werden können.

Um die Einbußen durch die Entwertung des Geldes aufzufangen, ist es immer ratsam, die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Progression auszustatten. Das bedeutet, dass sich jedes Jahr der Beitrag und auch die Leistungen zu einem vereinbarten Prozentsatz erhöhen. Die Progression in der BUZ lässt sich für einzelne Jahre, aber auch dauerhaft aussetzen.

Fazit: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist auf jeden Fall eine sinnvolle Sache. Und ihre Notwendigkeit erhöht sich zudem noch, wenn man sich zu den jungen Menschen zählt, die ihr ganzes berufliches Leben noch vor sich haben.

Artikelbild: © auremar / Shutterstock

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