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Spiegel Online als Ersatz für gedruckte Zeitungen?

Mit der Einführung der E-Mail und der Verbreitung des Internets wurde schnell vorausgesagt, dass der klassische Briefverkehr aussterben wird. Bis heute warten wir allerdings auf das Aussterben des Briefverkehrs. Ebenso geht es der Zeitung, ihr Tod scheint in Zeiten von iPad, Online-Nachrichtenmagazinen wie Spiegel online und besiegelt, dennoch sind Zeitungen noch nicht ausgestorben und werden es in nahezu Zukunft auch nicht. Niemand kann sagen, dass der Trend klar in Richtung der Online-Zeitungen tendiert, jedoch bedeutet das nicht unbedingt, dass traditionelle Printmedien aussterben müssen. Sie können auch in Zukunft koexistieren.

Das Lokale nimmt uns keiner

In einem Interview mit dem Medienmagazin „journalist“ äußerte sich der ehemalige Chefredakteur einer Nachrichtenagentur und aktueller Leiter der Redaktion des „Fränkischen Tags“ Joachim Widmann zur traditionellen Zeitung. Widmann zufolge hält er die Krise für Lokalzeitungen für ein Gerücht. Wie er im Interview erklärt hat es seine Zeitung mit dem Lokaljournalismus mit einer Form des Journalismus zu tun, welcher nahezu konkurrenzlos ist.

Ich halte die These, dass Zeitungen aussterben, für ein Gerücht, das aus Internetblogs stammt und sich im Netz wie ein Lauffeuer verbreitet.

Es gibt vergleichsweise keinen großen Internetanbieter oder eine andere Zeitung, wie etwa Spiegel online und Spon, der das überregionale Geschäft bestimmt. Dennoch ist das Internet heute der Hauptkonkurrent lokaler Zeitungen. Besonders das junge Publikum, welches stark vom Netz geprägt ist, kann nur schwer offline erreicht werden.

Spiegel online – Nachrichten online und offline

Spiegel online ist die führende Nachrichtenseite in Deutschland. Über das Nachrichtenportal werden täglich News, Reportagen, Interviews, Analysen und Videos veröffentlicht. Spon ging 1994 online und ist die Onlineversion des beliebten und monatlich erscheindenden Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Im Januar dieses Jahres verzeichnete Spon mehr als 180 Millionen Besuche. Die Spiegel Online GmbH hat bereits 1994, als das Internet noch nicht so weit verbreitet war wie heute, erkannt, dass ein Nachrichtenmagazin oder eine Zeitung auch eine Onlineversion benötigt. Spon ist gleichzeitig das beste Beispiel das belegt, dass die traditionelle Zeitung mit Online-Zeitungen koexistieren kann. Obwohl Spiegel online monatlich von Millionen Menschen aus Deutschland und anderen Ländern besucht wird, wird das Magazin „Der Spiegel“ nach wie vor gut verkauft. 2011 wurden rund 927.000 Exemplare verkauft. Die Reichweite des Magazins liegt in diesem Jahr bei 6,33 Millionen Lesern.

E-Paper und Community

Millionen Menschen lesen täglich Nachrichten online, egal ob auf Spiegel online, New York Times oder einer anderen Online-Zeitung. Für die gedruckte Zeitung bedeutet das, dass man das Geschäftsmodell umdenken muss, um auch die jüngere Zielgruppe anzusprechen. In Zeiten von Twitter, Facebook und Co. haben sich viele Menschen daran gewöhnt, alles mit ihren Freunden zu teilen, dazu gehören auch Nachrichten. Lokale Zeitungen werden mehr oder weniger gezwungen sein, ihre Marke im Netz besser zu positionieren. Bisher arbeiten sie nämlich sehr wenig mit Community-Elementen. Die Leser müssen sich untereinander austauschen und über aktuelle Themen diskutieren können. Die Leser könnten beispielsweise eigene Mikrosites besitzen, dort Textanzeigen schalten und ihre eigenen Inhalte pflegen. So werden sie zum Teil einer Community. Gedruckte Zeitungen gibt es heute kaum kostenlos, schließlich muss der Journalismus auch bezahlt werden. Eine alternative zur gedruckten Variante wäre das Angebot eines kostenpflichtigen E-Papers als Alternative. Obwohl Nachrichten heutzutage fast immer kostenlos sind, gibt es zahlreiche Personen, die bereit sind eine Gebühr zu zahlen, um hochwertige Nachrichten zu lesen. Genau diese Zielgruppe können lokale Nachrichtenagenturen mit einem E-Paper ansprechen.

Die Zukunft der Zeitung

Derzeit ist die Existenz der gedruckten Zeitung nicht vom Aussterben bedroht. Doch was geschieht, wenn die „Generation Facebook“ die Macht übernimmt? Natürlich kann niemand die Zukunft voraussagen, Fakt ist jedoch, dass sich lokale Nachrichten etwas ausdenken müssen, damit ihre Existenz auch in Zukunft noch existieren wird. Die heutige Generation ist verwöhnt von kostenlosen Dingen, angefangen bei kostenlosen Hotspots zum Surfen im Netz bis hin zum kostenlosen Zugang zu Informationen und Unterhaltung. Sie werden immer weniger bereit sein, für Informationen Geld auszugeben, es sei denn, sie werden davon überzeugt, dass es sich lohnt. Traditionellen Nachrichtenagenturen sollte also nichts anderes übrig bleiben, als weiterhin hochwertige Nachrichten zu liefern, die im Internet nicht kostenlos zu finden sind. So könnte sowohl die gedruckte Zeitung als auch ihre Online-Variante koexistieren.

http://www.youtube.com/watch?v=g8TRKylgk1Y

Artikelbild: © matka_Wariatka / Shutterstock

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