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Gesellschaft

Wie hat sich die Mode im Laufe der Zeit verändert?

Die Kleidung ist seit Jahrhunderten mehr als nur eine Bedeckung, um den Körper warmzuhalten. Viel mehr können die wertvollen Stoffe als Spiegel der Gesellschaft angesehen werden. Sie ist eine Zeitströmung, die sich parallel zur Weltgeschichte entwickelt hat und durch die Gesellschaft fließt. Allein im vergangenen Jahrhundert konnten zahlreiche Veränderungen der Mode beobachtet werden: Die Frauen suchten Befreiung, die Kriege beeinflussten die Kleiderwahl, aber auch die Jugend wollte auf sich aufmerksam machen.

Mythos Jeans

Blue Jeans steht für Freiheit, Individualität und Lebenslust, so heißt es häufig. Sie sind sowohl bei der Jugend als auch denen, die sich jung fühlen wollen, äußerst begehrt. Doch der Mythos gerät ins Wanken, wenn man bedenkt, dass ihr Erfinder Levi Strauss die Jeans Mitte des 19. Jahrhunderts für kalifornische Goldgräber entworfen hat. Von dort aus begann ihr Siegeszug um die ganze Welt. Die Blue Jeans dominierte auf Open-Air-Festivals, bei Demonstrationen und überall dort, wo Jugendliche ihren Ausdruck verleihen wollten. Heute haben sich die blauen Beinkleider längst dem Status des Trägers angepasst und sind in allen Gesellschaftsschichten vertreten. Es gibt sie mittlerweile nicht mehr nur im klassischen Blau, sondern auch in Schwarz, Rot, Grün, mit Glitter, Straß und Steinchen. Die Blue Jeans lebt weiter ihren Mythos, der eigentlicher keiner mehr ist.

Der erste Designer

Paul Poiret räumte zu Recht ein, dass er dem Korsett den Kampf angesagt hat, seine revolutionäre Aktion hatte allerdings ästhetische Motive. Die Zweiteilung des weiblichen Körpers in ein ausladendes Derrière hinten und in eine wogende Büste vorne war im Auge des Franzosen schlichtweg lächerlich. Im Jahre 1906 entwarf Poiret, vielleicht inspiriert vom damals aktuellen Jugendstil, eine schlichte schmale Robe, deren Rock unterhalb des Busens ansetzt und bis zum Boden gerade fällt. Diese Linie, die er „La Vague“ taufte, machte den Designer fast unsterblich. Als der französische Designer 1930 seine Memoiren „Ich kleide meine Epoche“ tauft, war sein Stern am Modehimmel bereits verblasst. Zu diesem Zeitpunkt fühlte Coco Chanel am eigenen Leibe, was falsch an der Frauenmode ist.

Sie erkannte, dass eine erstklassige Uniform nötig ist, wenn ein Krieg gewonnen werden soll. Chanel wollte die Frau aus der Abhängigkeit vom Mann befreien. Die Waffe ihrer Wahl war der Chic. Im Nu eroberte Chanel mit Qualität, Bequemlichkeit und Proportionen die Basis männlicher Eleganz und alle Frauen, die wie sie leben wollten.

Ende des 20. Jahrhunderts und heute

Themen wie die Emanzipation der Frau und die Revolution der Jugend haben die Mode im Laufe der Jahre verändert. Die Welt ist kleiner, gleichzeitig aber auch größer geworden. Der menschliche Lebensstil hat sich verändert, so entstanden auch andere Wertigkeiten für Kleidung. Die Revolution der Kommunikation, ausgelöst durch das Internet, lässt neue Trends viel schneller entstehen, als es zuvor möglich war. Nicht nur bekannte Modedesigner geben den Trend der neuen Saison an, auch „No-Names“, die lediglich ihren Senf zur Modewelt auf ihren Blogs dazugeben, sind für den einen oder anderen Trend verantwortlich, der sich innerhalb weniger Tage auf der ganzen Welt verbreitet. Im 21. Jahrhundert gab es eine weitere Revolution: Kleidung, wie die Peter Hahn Mode, kann bequem online bestellt werden. Nicht länger muss man stundenlang durch die Stadt irren und schwere Einkaufstüten schleppen. Kleidung wird im 21. Jahrhundert online gekauft.

Artikelbild: © Forewer / Shutterstock

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