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Unruhe am Goldmarkt wächst

Mit dem jüngsten Preisrückgang am Goldmarkt wurden zahlreiche Schnäppchenjäger aktiv. Der Preis für das Edelmetall sank bis auf ein Zweimonats-Tief, Grund genug für viele Anleger in den Goldmarkt einzusteigen. In Asien war das Interesse an physischen Käufen besonders groß. Indien, der größte Goldnachfrager der Welt, erhöhte allerdings die Importsteuer für das Edelmetall bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr, wodurch der Goldpreis erneut gedrückt wurde. Ob die zahlreichen Käufer überhaupt ein Schnäppchen gemacht haben, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Derzeit herrscht eine große Unruhe am Goldmarkt. Laut der Commerzbank schichten die kurzfristig orientierten Finanzanleger Aktien um, wodurch sie Long-Positionen, die Wetten auf steigende Preise, in Gold reduzieren. Das Edelmetall ist nach wie vor die klassische Krisenwährung. In Zeiten von hohen Staatsschulden wird das Metall als Werterhalt präferiert und zur Absicherung gegen Inflation, aber auch gegen den sinkenden Wert des Dollars genutzt. Durch die geplanten Notenbankhilfen erhielt der Goldpreis einen Auftrieb.

Vergangene Woche machte die amerikanische Notenbank Federal Reserve allerdings klar, dass sie kein weiteres Anleihe-Kaufprogramm starten würde, um die weltgrößte Volkswirtschaft zu stützen. Dadurch geriet der Goldpreis stark unter Druck. Daraufhin reagierten Großanleger mit Verkäufen. Christoph Eibl, der Rohstoffinvestor der Schweizer Tiberius Group, prognostiziert einen Goldpreis von 1.200 Dollar pro Feinunze bis Ende 2012.

Platin überholt Gold

Im Gegensatz zum Gold bleibt das Edelmetall Platin weiterhin stabil. Am Wochenende überholte Platin zum ersten Mal seit September das Gold. Das Edelmetall überschritt die Marke von 1.700 Dollar je Feinunze. Zahlreiche Schmuckhändler haben Platin durch Gold ersetzt. Das Platinangebot wurde zudem durch einen Streik in einer der weltgrößten Platinminen gedrückt. In jeder Mine im südafrikanischen Rustenburg wurde 6 Wochen lang nichts produziert. Die Arbeitsniederlegung war der Hauptgrund für den 20 Prozent höheren Preis für Platin seit Beginn des Jahres. Nach der Wiederaufnahme der Arbeit fiel der Platinpreis erneut.

Analysten zufolge könnte der Preis für das Edelmetall, welches vornehmlich in der Automobilindustrie genutzt wird, wieder steigen. Dabei verweisen sie auf Konjunkturaussichten. Die Produktionskosten für Platin sind höher als jene für Gold. Zudem ist das Vorkommen geringer, wodurch ein höherer Preis gegenüber Gold gerechtfertigt sei.

Industriemetalle nutzen vorteilhafte Konjunkturaussichten

Das Edelmetall Silber sollte ebenfalls von einem Konjunkturaufschwung profitieren. Im Vergleich von Gold wird Silber immer häufiger als Rohstoff in der Industrieproduktion genutzt. Analysten der Heraeus Metallhandelsgesellschaft sind allerdings der Meinung, dass die industrielle Nachfrage noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat.

In den vergangenen Wochen schwankte der Silberpreis stark. Von rund 37 Dollar fiel er innerhalb einer Woche Ende Februar auf nur noch 33 Dollar je Feinunze. Dies bedeutet ein Wochenverlust von 15 Prozent. DZ-Bank-Analyst Vogel zeigt sich dennoch zuversichtlich und erwartet in den kommenden Monaten steigende Preise. Die globalen Einkaufsmanagerindizes im Januar und Februar haben gezeigt, dass sich die Erwartungen an einen konjunkturellen Aufschwung stabilisiert haben. Zahlreiche Analysten prognostizieren die Industrienachfrage für Silber schlechter, als die von Vogel. Grund dafür sei die steigende Nachfrage nach Elektronikprodukten. China werde in Zukunft dem Weltmarkt Silber immer mehr entziehen.

Artikelbild: © Lisa S. / Shutterstock

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