Kategorien
Gesundheit

Salben beeinflussen den Heilungsprozess von Narben

Eine Narbe ist ein faserreiches Ersatzgewebe, in Fachkreisen auch Fibrose genannt, welche frei von Hautanhangsgebilden wie Talg- und Schweißdrüsen ist. Das Kollagen ist hier parallel angeordnet, sodass eine Narbe den natürlichen Teil der Wundheilung darstellt. Wird Gewerbe durchtrennt oder zerstört, beispielsweise in Folge eines Unfalls oder einer anderweitigen Verletzung, dient ein Fibrinkoagel dem Verschließen der Wunde und der Entstehung von Granulationsgewebe, das nach und nach durch ein kollagenreiches Bindegewebe ausgetauscht wird. Hierdurch erhält die Hautoberfläche wieder ihre Straffheit und Widerstandsfähigkeit. Salben können den Prozess der Reepithelisierung beeinflussen.

Wir erläutern, wie mit Narben umgegangen werden sollte und worauf es bei Salben im Speziellen ankommt.

Weichere Haut bei gleichzeitig schnellerem Heilungsprozess

Narben begleiten uns oftmals ein ganzes Leben lang, die zeichnen unser Antlitz auf eine authentische und realistische Weise und werden als Störfaktor empfunden. Besonders in den Sommermonaten wird dies deutlich, während sich die umliegende Haut gleichmäßig bräunt und die Narbe in blassem Weiß stark sichtbar wird. Auch in den Fällen, wo sich Narben an Gelenken ausgebildet haben, wird oftmals die Elastizität der Haut abgeschwächt und eine stärkere Spannung stört den natürlichen Bewegungsablauf. Zudem fehlen in den meisten Fällen die Pigmentzellen in dem neu gebildeten Gewebe, sodass der Gebrauch von Salben eine Option darstellt. Die Frage lautet in diesem Fall, ab wann kann man eine Narbensalbe auftragen?

Nun, zunächst muss zwischen atrophen und hypertrophen Narben unterschieden werden. Wenn sich eine Delle ausbildet, die Haut sich also nach innen zieht, spricht man von atrophen Narben. Bildet sich jedoch zu viel Bindegewebe aus, was eine Wölbung der Haut nach außen bedingt, ist von hypertrophen Narben die Rede. Hier errötet die Hautoberfläche sehr stark, zudem begingt sie zu jucken. Zur Unterstützung der Regeneration der Wunde empfiehlt es sich deshalb, direkt nach dem Heilprozess mit der Salbe fortzufahren. Kleinere Kratzer können mit Narbensalben, die Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol oder Ringelblumenextrakt enthalten, behandelt werden. Größere Narben hingegen erfordern ein spezielles Narbenspezifikum, die insbesondere auf Zwiebelextrakt, Allantoin oder diverse Harnstoffe setzen. Hierdurch verhindert man die Ansammlung von Keimen, der Juckreiz wird vermindert sowie zusätzliche Feuchtigkeitsspender wie Harnstoffe geben der neuen Hautoberfläche eine bessere Elastizität.

Massage ist wichtig

Hautärzte sind sich relativ einig darüber, dass zur Wirksamkeit einer Narbensalbe auch die gleichmäßige Massage gehört. Trockenes Narbengewebe kann durch eine pflegende, fettreiche Creme einen geschmeidigeren Faktor erhalten. Wichtig ist jedoch, dass mit leichtem Druck und gleichmäßigen Bewegungen einmassiert wird, um ganzheitlich vorzugehen. Empfohlen wird eine Einwirkzeit von neun bis zwölf Wochen, mit einer täglichen Anwendung. Insbesondere bei einem Narbenspezifikum gilt dies als Grundlage für einen hohen Pflegeeffekt.

Artikelbild: © Mariia Masich / Shutterstock

Lies zu diesem Thema auch hier weiter:  Therapeutischer Wiedereinstieg nach Auslandseinsatz