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Wer ist?

Mickey Rourke – ein dreister Schauspieler

Der am 16. September 1952 in New York geborene Mickey Rourke ist ein Schauspieler, den die meisten Menschen als sehr durchgedreht bezeichnen würden. Schließlich lehnte er eine Rolle in Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ ab und rief selbst Dustin Hoffman nicht zurück, als dieser ihn für „Rain Man“ wollte. Mickey Rourke war mehr als nur borniert, er war größenwahnsinnig, arrogant und absolut respektlos. Sein Vermögen schmiss er aus dem Fenster raus, er spielte in schlechten Filmen, bedröhnte sich mit Drogen und war auch gerne als Schläger in den Schlagzeilen. 1991 stieg er schließlich aus dem Hollywood-Rummel aus, seiner Meinung nach seien Profi-Boxer ohnehin cooler als Schauspieler. Diese Entscheidung brachte ihm mehrere Nasenbrüche, zertrümmerte Wangenknochen und ein zerstörtes Gesicht. Seine Selbstachtung und Ehe mit Model Carré Otis wurden ebenfalls ruiniert.

Schwere Kindheit

Der US-amerikanische Schauspieler irischer Herkunft kann nicht gerade auf eine schöne Kindheit zurückblicken. Im Alter von sieben Jahren musste Mickey Rourke die Trennung seiner Eltern ertragen und wuchs nach der Scheidung mit seinen beiden Geschwistern und seiner Mutter in einem Getto in Miami auf. Sein Stiefvater misshandelte und schlug ihn regelmäßig, was seinen späteren Lebensweg massiv prägen sollte. Mickey Rourke resümiert, dass man es nie wieder los wird, wenn man als Kind verletzt wurde. Es „sei ein Teil von dir, als würdest du lebenslang im Gefängnis sitzen.“ Dies könnte einer der Gründe sein, warum Mickey Rourke oftmals Rollen in seinen Filmen interpretierte, die einen Drang zur Selbstzerstörung spürten. Seine junge Karriere startete mit harten Jobs wie Geldeintreiber für Glücksspieler oder auch Türwächter von Bordellen. Mit diesen Jobs versuchte er seine Minderwertigkeitsgefühle zu überspielen.

Vom Türsteher zum Hollywood-Star

Nach seiner Schauspielausbildung am New Yorker „Actors Studio“ gelang Mickey Rourke schließlich zum Theater. Erst 1979 schaffte er den Sprung nach Hollywood. In Steven Spielbergs Film „1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood“ startete seine Karriere als Hollywood-Star. Es folgten Filme wie „Rumble Fish“, „American Diner“ und schließlich zusammen mit Kim Basinger „9 ½ Wochen“, mit dem Mickey Rourke der große Durchbruch gelang. Plötzlich wurde der Schauspieler als Star angesehen, die Frauen lagen ihm zu Füßen. Mit der Situation konnte Mickey Rourke nicht klarkommen. Als er eine solche Einstellung hätte gebrauchen können, erhielt er sie nicht. Stattdessen öffnete sich mit dem steigenden Rum das Ventil des Hasses auf seinen Stiefvater. Gegenüber Regisseuren und Filmbossen verhielt sich Mickey Rourke unangemessen und rutschte schließlich in den Alkoholismus ab. Große Rollen wie „Rain Man“, „Pulp Fiction“ oder „Highlander“, die sich später alle zu großen Erfolgen entwickelten, lehnte er schlichtweg ab. Damit begann der Tiefpunkt seiner Filmkarriere.

Vom Filmstar zum Profi-Boxer

Mickey Rourke war bereits als Jugendlicher als Amateurboxer aktiv. Als „El Marielito“ wechselte er 1991 für vier Jahre in die Liga der Profiboxer. Bis auf mehrmalige zertrümmerte Wangenknochen und Nasenbrüche steckte er keine Niederlage ein. Dennoch ruinierte der Sport sein Gesicht, das nun mit Narben gezeichnet und mit Botox unterspritzt ist. Finanziell gesehen stürzte der ehemalige Hollywood-Star in den Ruin. Sein Fazit zum Boxsport war, dass es ihm seine Seele genommen hat. Er verlor sein Haus, Frau, Glaubwürdigkeit und Freunde.

Die Rückkehr nach Hollywood

Im Jahr 2005 meldete sich Mickey Rourke mit dem Film „Sin City“ erfolgreich zurück nach Hollywood. In der Hauptrolle des Films von Robert Rodriguez gelang dem ehemaligen Profiboxer ein beachtetes Comeback. Obwohl der Film floppte, wurde auch seine Leistung im selben Jahr als Kopfgeldjäger in dem Film „Domino“ von Tony Scotts von der Presse gelobt. Drei Jahre später ging es erneut aufwärts. Als Wrestling-Veteran glänzte er als Randy in „The Ram“ und als Robinson in „The Wrestler“. Für die Rollen kassierte er seine erste Oscar-Nominierung sowie einen Golden Globe. Mit „The Expandables“ und „Iron Man 2“ machte Mickey Rourke auch im Jahr 2010 positiv auf sich aufmerksam. Als großer Rugby-Fan plant Mickey Rourke die Verfilmung des walisischen Spielers Gareth Thomas. Sein privates Glück konnte Mickey ebenfalls finden. Zwei gescheiterte Ehen und eine jahrelange Therapie seiner traumatischen Kindheitserlebnisse hat es ihn gekostet, bis er das russische Model Anastasia Makarenko gefunden hat.

Artikelbild: Creative Commons by jrandallc / Flickr.com

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