Selbstständigkeit als Nebenjob: Ein Start-up in der Freizeit gründen?

Start-ups sind laut dem Deutschen Startup Monitor 2015 zufriedener als Arbeitnehmer. Letztere sind nicht alle dazu bereit, alles auf eine Karte zu setzen und den Job aufzugeben. Einige von ihnen besitzen eine Familie, die finanziell auf sie angewiesen ist. Und so bleibt bei vielen Arbeitnehmern der Traum vom Start-up nichts weiter als eine Wunschvorstellung. Dabei muss es nicht bleiben, wie der nachfolgende Artikel zeigt.

Die harten Fakten zum Thema Start-ups

Die Angst der Arbeitnehmer, mit dem Start-up zu scheitern, ist nicht unbegründet. Etwa jeder dritte Gründer musste eine vorher gegründete Firma einstellen. Statistisch gesehen scheitert das durchschnittliche Start-up in den USA nach 20 Minuten. In diesem Zeitraum hat es 1,3 Millionen Dollar ausgegeben. Die Gründe sind in fast allen Fällen eine Kumulation unterschiedlicher Ereignisse:

  • fehlende Nachfrage oder Überschätzung des Potenzials des Produkts oder der Dienstleistung
  • zu wenige finanzielle Mittel
  • das falsche Team
  • ein Konkurrent hat es besser gemacht
  • schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein Start-up neben dem Beruf gründen

Um die genannten Probleme zu eliminieren, bedarf es einer guten Planung und Organisation. Oder man entscheidet sich für eine Alternative: Das Start-up wird als eine Art Nebenberuf gegründet. Der Gründer bleibt hauptberuflich tätig und kümmert sich in seiner Freizeit um sein Start-up.

Von genannten Problemen sind Menschen, die ein Start-up nebenbei gründen möchten, ebenfalls betroffen, jedoch in einem kleineren Ausmaß. Sollte das Unternehmen nicht wie erwartet abheben, bleibt der Hauptberuf weiterhin die finanzielle Stütze.

Um ein Start-up nebenbei zu gründen und erfolgreich zu sein, kommt ein neuer Faktor hinzu: Interessenten müssen eine Idee suchen, die sie begeistert und umsetzen können. Dieses Kriterium gewährleistet, dass der Gründer möglichst wenig Zeit in Recherche und Projektmanagement stecken muss, da er bereits fundiertes Wissen besitzt und die Arbeit ihm Spaß macht. Er kann effizient arbeiten und das Start-up voranbringen.

Die erste Hürde: Eine Geschäftsidee finden

Eine gute Geschäftsidee finden ist die erste und größte Hürde bei der Start-up-Gründung. Der Erfolg des Unternehmens hängt davon ab, ob die Idee gut ist und optimal umgesetzt wird.

Zwei Kriterien muss sie erfüllen:

  1. Die Idee muss zum Gründer (Charakter, Fähigkeiten, etc.) passen.
  2. Die Idee muss einen Markt haben, ansonsten bleibt sie nur ein Hobby.

Geschäftsideen finden ist heutzutage relativ einfach. Das Portal starting-up.de hat über 200 erprobte Geschäftsideen aus verschiedenen Bereichen gesammelt. Diese können als erste Inspiration dienen. Schwieriger ist es, zu prüfen, ob die Geschäftsidee tragfähig ist. Die einzelnen Schritte, um das Potenzial der Geschäftsidee zu ermitteln, hat dieser Artikel zusammengefasst.

Die zweite Hürde: Eine Finanzierung sichern

Wer ein Start-up neben dem Hauptberuf gründet, der hat den Vorteil, dass seine zentrale Einkommensquelle bestehen bleibt. Je nachdem, welche Art von Start-up gegründet wird, kann ein Teil dieses Einkommens zur Finanzierung verwendet werden. Das ist nicht immer möglich oder ausreichend, sodass weitere finanzielle Mittel nötig sind.

Für kleine Vorhaben lohnt es sich, einen Kredit aufzunehmen. Wie so vieles in der heutigen Zeit besteht die Möglichkeit, den Kredit online zu beantragen. Start-up-Gründer können sich im Netz einen Überblick über den aktuellen Markt verschaffen und die Angebote mit den besten Zinsen vergleichen. Für den Vergleich müssen Interessenten drei Angaben tätigen:

  1. Nettokreditbetrag
  2. Laufzeit
  3. Verwendung

Anschließend werden die Kredite verschiedener Institute übersichtlich aufgelistet. Zu jedem Produkt kann der Start-up-Gründer die Produktdetails, Annahmerichtlinien und zu erbringenden Nachweise einsehen.

Die dritte Hürde: Dem Projekt Zeit geben

Die Idee ist gefunden, das Geld wurde besorgt – jetzt müssen Gründer ihre Idee nur noch in die Tat umsetzen. Das Schwere daran ist, dass ihnen wenig Zeit zur Verfügung steht. Angenommen sie arbeiten eine klassische 40-Stunden-Woche. Nach Feierabend möchten sie mit Sicherheit nicht mehr als ein bis zwei Stunden pro Tag in ihr neues Projekt investieren. Angenommen der Gründer arbeitet werktags nach Feierabend eine Stunde und fünf weitere Stunden am Wochenende an seinem Projekt. In diesem Fall stehen ihm zehn Stunden pro Woche für sein Start-up zur Verfügung. Schnell wird klar, dass der Erfolg nur mit Geduld erreicht werden kann.

Genau das ist die dritte und größte Hürde: Der Idee Zeit geben und die Entwicklung nicht überstürzen. Wenn sie tatsächlich das Potenzial hat, erfolgreich zu sein, spielt es keine Rolle, wann man diesen Punkt erreicht.

Wenn das Nebenprojekt zum Hauptberuf wird

Ob das kleine Start-up jemals erfolgreich wird, kann niemand versprechen. Fakt ist, dass viele Unternehmensgründungen scheitern. In diesem Fall ist das Risiko relativ gering, da die Gründer durch ihren Hauptberuf ein finanzielles Standbein besitzen. Eine missglückte Unternehmensgründung lässt sich leichter verkraften.

In der Situation, dass das Start-up ein großer Erfolg wird, ist zu prüfen, ob der Gründer der Firma seine gesamte Zeit widmen möchte. Dieser Schritt verlangt die größte Überwindung, denn er bringt ein wenig Ungewissheit mit sich. Ein heute erfolgreiches Start-up könnte in Zukunft scheitern. Wer den Schritt wagt, der hat zumindest den Vorteil, seine gesamte Kraft in das Start-up investieren zu können.

Artikelbild: © pinkypills / Bigstock.com

 

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