Investieren in Wertpapiere: Sparen mit ETF-Sparplänen

Das regelmäßige Investieren in Wertpapiere lohnt sich, wird jedoch seitens der Bank vielfach eingeschränkt. So werden auf der einen Seite hauseigene Fonds und dergleichen angeboten, sowie auf der anderen Seite häufig nur spezielle Konditionen gewährt, die sich trotz Reduzierung der Ausgabeaufschläge nur bei höheren Summen rechnen. Die Alternative findet sich in den sogenannten Exchange Traded Funds, kurz ETF, die vermehrt von vielen Fondsbanken und Brokern angeboten werden. Immer mehr Wertpapiere sind zudem sparplanfähig, sodass Ihnen die Qual der Wahl bleibt.

Darauf kommt es an

Ein lohnenswertes Investment stellen ETF´s dann dar, wenn Sie langfristig und mit Strategie Ihr Geld anlegen möchten. Die Devise, auf aktuelle Trends reagieren zu können oder aber durch den Cost-Average-Effekt im Mittel günstigere Preise zu zahlen, zahlt sich hierbei aus. Dabei handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds, die einen Index gemäß der offiziellen Zusammensetzung duplizieren und nachbilden. Geringe Schwankungen ergeben sich, doch grundsätzlich schließen Sie damit eine Wette auf die Entwicklung eines Referenzindex ab. Ober dieser nun sinkt oder steigt ist dabei langfristig kein Problem, denn die regelmäßige Anlage verwässert Ihren jeweils gezahlten Preis so, dass das Risiko gegenüber einmaligen Käufen gemindert wird.

Zudem starten Sie direkt mit Ihrem Geld, da es nur vereinzelt Ausgabeaufschläge gibt, die sich wenn auch nur im Bereich um 1 Prozent maximal bewegen. Sie zahlen nur die übliche Transaktionsgebühr für Kauf- und Verkauforders, sowie eine geringe Verwaltungsgebühr von in der Regel einem halben Prozent jährlich. Viele Anbieter ermöglichen deshalb einen Sparplan schon ab 25 Euro, sodass Sie zusätzlich Ihren Sparbeitrag individuell herauf- oder herabsetzen können, um günstig erscheinende Phasen stärker mitzunehmen. Achten Sie hier darauf, dass bei kleinen Summe keine Verträge abgeschlossen werden, deren Transaktionskosten aus einer fixen Grundgebühr und einer prozentualen Gebühr bestehen – Sie gehen sonst das Risiko ein, einen übermäßig hohen Anteil hinsichtlich Ihrer Anlagesumme zu zahlen.

Als Sondervermögen geschützt

Wichtig zu wissen ist, dass diese Fonds vom Vermögen der Fondsgesellschaft rechtlich getrennt sind. Im Falle einer Insolvenz sind Sie also in dem Maße nicht betroffen, als dass diese Vermögen nicht zur Konkursmasse eingerechnet werden. Sie können auf den Deutschen Aktienindex DAX, auf bestimmte Branchenindizes oder aber Rohstofffonds setzen, je nach persönlichem Risikoprofil und Anlagehorizont. Außerdem können sich Depots beliebig aufteilen, sodass Sie beispielsweise bei 150 Euro Monatsrate gleichzeitig in drei verschiedene Fonds investiert sind und so Ihr Risiko zusätzlich mindern.

Sitzen Sie kurzfristig starke Schwankungen aus, da Ihr Stückpreis durch die regelmäßige Anlage sinkt. Des Weiteren können Sie selbst tätig werden, indem Sie beispielsweise Blasenbildungen erkennen und in diesen Zeiten Ihre Anlagesumme beliebig verändern.

Stetig wachsende Fondsvolumina

Dass ETF´s ankommen beweist die reine Tatsache, dass sich allein im Jahr 2010 das hier verwaltete Vermögen um über 34 Prozent gesteigert hat, auf nunmehr über 227 Milliarden Euro. Banken bieten vermehrt spezielle Produktgruppen an um Ihren Kunden einen direkten Bezugspunkt zu bieten. Davon profitieren selbstverständlich immer mehr Bankkunden, obgleich hier die Direktbanken die Mammutarbeit der Vermarktung übernehmen. Aufgrund der schlanken Kostenstruktur sind ETF-Sparpläne nämlich für regionale Banken oder Großbanken nicht gerade interessant, da die sonst üblichen Gebührenpositionen fast gänzlich fehlen.

Ratsam ist die Wahl mehrerer ETF´s, sodass Sie beispielsweise im Aktien- und gleichzeitig im Rentenmarkt investiert sind. Gerade diese beiden Bereiche verlaufen nämlich häufig gegensätzlich, sodass sie sich mehr oder minder ausgleichen. Beachten Sie aber, dass es auch hier weit mehr als nur diese reine, ursprüngliche Form des Indexfonds gibt. Manche setzen daher auf Wertpapier-Swaps, was bedeutet, dass ein kleiner Teil des Fondsvermögens für riskante Geschäfte investiert wird. Dabei wird praktisch über Umwege derselbe Effekt erzielt, gleichwohl ergibt sich aber ein zusätzliche Emittentenrisiko.

Entscheidungsgrundlagen

ETF-Sparern sei angeraten, nur einen Teil Ihres Geldes für diese Form der Anlage bereitzustellen. Sie profitieren zwar dank des Cost-Average-Effektes von im Mittel günstigeren Preisen, setzen sich aber den Entwicklungen des Markes aus. Ein Anlagehorizont von unter fünf Jahren ist nicht empfehlenswert, und auch danach sind nicht immer die Werte erreichbar die ein Auflösen der ganzen Sache ratsam erscheinen lassen.

Auf der anderen Seite haben Sie ungemeine Vorteile gegenüber herkömmlichen Fonds, da Sie ohne große Gebühren, Aufschläge und Co. Ihr Geld in einen Fonds stecken, welcher per Definition eine feste Zusammenstellung gemäß des Referenzindexes hat. Beobachten Sie aus diesem Grunde einmal den Index und zugrunde liegene ETF´s für einige Wochen, sodass Sie in der Lage sind, die für Sie richtige Anlageentscheidung zu treffen.

Artikelbild: soire988 / Bigstock.com

 

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