Das A und O der Supplements

Die Industrie der Supplements hat sich in einen unüberschaubaren Dschungel von Produkten entwickelt, wo selbst für Kenner und Profis kaum noch zu durchblicken. Das Problem beginnt bereits bei Bodybuilding-Anfängern, die nicht richtig bzw. falsch informiert werden. Kauft sich ein solcher Anfänger eine Zeitschrift zum Thema Bodybuilding, findet er in der Regel auf den ersten Seiten eine Werbeanzeige mit einem angeblich revolutionären Supplement. Mit diesem unglaublichen Produkt hat ein anderer Bodybuilding-Anfänger in nur 30 Tagen 10 Kilogramm fettfreie Muskelmasse aufgebaut. Ein vorher/nachher Foto soll den Effekt beweisen.

Nicht nur Kenner werden bei solchen Werbungen die Stirn runzeln. Sind diese Mittel gefährlich und enthalten gar Anabolika? Das Fazit der Zeitschriften ist fast immer gleich, demnach sollen die Produkte einen guten Effekt auf das Training haben. Die Trainer im Fitnessstudio vor Ort sind oftmals auch keine große Hilfe, sie empfehlen natürlich das studioeigene Trainingspaket statt der Wundernahrung. Anstatt das Geld in angebliche Wundermittel zu investieren, kann man sich zu Hause gesund ernähren und findet zahlreiche leckere Bodybuilding Rezepte im Internet, die einem beim Muskelaufbau und der gesunden Ernährung helfen.

Was sind eigentlich Supplements?

Die deutsche Übersetzung der Supplements sagt bereits, was sie sind, nämlich Nahrungsergänzungen. Die hochkonzentrierten Nährstoffe kommen auch in der natürlichen Nahrung vor, sind jedoch stärker konzentriert, sodass man die wichtigen Nährstoffe aufnehmen kann, ohne mehrere Kilogramm Lebensmittel essen zu müssen. Dennoch sind Supplements keineswegs Wundermittel, mit deren Hilfe man innerhalb weniger Tage fettfreie Muskeln aufbauen kann. Die Supplement-Industrie ist ein Milliarden-Geschäft, welches von der Unsicherheit, der Ungeduld und vor allem dem Unwissen der Konsumenten profitiert. Zur Industrie gehören sowohl die zahlreichen Zeitschriften als auch die Profis mit Werbeverträgen und Sportmannschaften. Der Grund dafür ist relativ einfach: Mit dem Wissen der Profis lassen sich nur wenige Bücher verkaufen, sodass man damit kaum Geld verdienen kann.

Sinnvolle Nahrungsergänzungen

Proteinkonzentrate

Neues Muskelgewebe baut der menschliche Körper mithilfe von Protein auf. Dieses sollte nach jedem Training direkt konsumiert werden, um den Aminosäurenverlust auszugleichen und gleichzeitig das nötige Material für den Muskelaufbau zur Verfügung zu stellen. Laut Peter Lemon, der US-amerikanische Experte zum Thema Protein, benötigt ein Bodybuilder bei normaler Ernährung einen Eiweißbedarf von 1,7 bis 1,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Mit normaler Mischkost werden bereits 1,2 Gramm pro Kilogramm Protein aufgenommen. Der restliche Bedarf kann durch Protein-Shakes gedeckt werden.

Vitamine und Mineralstoffe

Mithilfe von Vitaminen werden zahlreiche Funktionen im menschlichen Organismus überhaupt erst möglich. Die Bewohner von Industriestaaten leiden nur selten an Vitaminmangel. Sollte es dennoch dazu kommen, liegt es an einer falschen Ernährung. Als Sportler ist es allerdings wichtig, den gesamten Vitaminbedarf ausschließlich über die Ernährung decken. Die Supplement-Industrie bietet leider auch hier „Wundermittel”, die teilweise mehr als 1.000 Prozent des empfohlenen Tagesbedarfes enthalten. Diese Produkte sind im deutschsprachigen Raum verboten und nicht im Handel erhältlich. Dass dies nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich ist, muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden. Wer zusätzliche Vitamine benötigt, findet im Supermarkt mehrere All-in-One Produkte. Optional reicht auch Antioxidans Produkt, welches das Spurenelement Selen und die Vitamine A, C und E beinhaltet, völlig aus.

Aminosäuren

Als Aminosäuren werden die Bausteine des Proteins bezeichnet. Sie haben die Aufgabe, das körpereigene Protein aufzubauen. Generell muss zwischen essenziellen und nicht essenziellen Aminosäuren unterschieden werden. Erstere kann der Körper nicht eigenständig herstellen während Letztere vom Stoffwechsel hergestellt werden können.

Kreatin

Jeder Bodybuilding-Anfänger wird etwas von Kreatin gehört haben, sei es durch einen Freund, eine Zeitschrift oder Werbung im Internet. Kreatin zeigt wirklich Wirkung, jedoch wird es kein Anfänger wirklich benötigen. Jeder Anfänger wird in seinem ersten Trainingsjahr ohnehin gute Fortschritte erzielen. Sobald die Ergebnisse schwächer werden, kann Kreatin eingesetzt werden. Kreatin ist ein Bestandteil desKreatinphosphates. Dieses liefert den Zellen im Körper die nötige Energie. Die muskulären Speicher können mithilfe von Kreatin über ihr normales Niveau aufgefüllt werden. Das Resultat ist eine Zunahme von Kraft- und Muskelvolumen, die Leistungsfähigkeit wird gesteigert und das Gewicht des Körpers erhöht sich durch die intramuskuläre Wasserspeicherung. Durch dieses “Overload” wird der Katabolismus reduziert und die Regenerationszeit verkürzt.

Artikelbild: © Miljan Mladenovic / Shutterstock

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